Limōges


Limōges

Limōges (spr. Limohsch), 1) Arrondissement im französischen Departement Haute-Vienne; 35 QM.; 139,000 Ew. in 9 Cantonen; 2) Hauptstadt desselben u. des Departements, an der Vienne; hat Departementsbehörden, königlichen Gerichtshof, Handelsgericht, zwei Friedensgerichte, (unvollendete) Kathedrale, Bischof, Hospital, Münze, Succursalanstalt der Bank von Frankreich, Gesellschaft für Ackerbau, Universitätsakademie (zwei Facultäten), Arbeitshaus, Bibliothek; fertigt baumwollene u. wollene Waaren, Haus- u. Packleinwand (Limoges), Talglichter, Porzellan (sehr beliebt), Kardätschen, dagegen hat die Fabrikation der unter dem Namen Emaux de L. od. Limosins berühmten Emaillearbeiten (s. Limosin) in neuerer Zeit fast gänzlich aufgehört. L. ist der Hauptstapelplatz für den Handel zwischen Paris u. Toulouse, Lyon u. Bordeaux u. ist durch eine Eisenbahn mit Orleans verbunden; 37,000 Ew. In L. wurden Vergniaud u. Marschall Jourdan geboren. L. ist das alte Augustoritum, eine Stadt der Lemovices in Gallien, es war schon früh bedeutend u. während der Kaiserzeit eine der schönsten Städte Gallieus, später hieß es Lemovica; im 8. Jahrh. kam es an die Westgothen, später an die Franken u. gehörte fast immer zu Neustrien. In der Ländertheilung kam es an Frankreich, u. Ludwig übers Meer gab L. dem Herzog Wilhelm von Aquitanien; durch Eleonore kam es an England; Philipp August nahm es den Engländern wieder, aber 1259 gab Ludwig IX. es an Heinrich III. zurück; doch schon König Johaun eroberte es wieder u. vereinigte es mit der Krone Frankreich. Außerdem waren in der Stadt noch Vicomten von L., welche 1226 mit Aimar II. ausstarben. Hier am 27., 28. u. 29. April 1848 Aufstand wegen der Wahlen, wobei die Behörden suspendirt u. eine provisorische Regierung eingesetzt ward.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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