Lingen


Lingen

Lingen, 1) Grafschaft im ehemaligen Westfälischen Kreise, theilt sich in einen südlichen u. nördlichen Theil od. in die Obere u. Niedere Grafschaft; 25,000 Ew. Sie gehörte bis 1548 zur Grafschaft Tecklenburg u. wurde als ein eröffnetes Reichslehn dann vom deutschen Kaiser als besondere Grafschaft an Maximilian von Büren gegeben, kam hierauf durch Tausch an Kaiser Karl V. u. durch den Westfälischen Frieden an den Prinzen Wilhelm von Nassan-Oranien. Nach dem Tode Wilhelms III., Königs von England, ging sie 1707 durch Vertrag an Preußen über, 1809 an das Großherzogthum Berg (Departement Ems) u. 1810 an Frankreich (Departement Ober-Ems). 1814 kam sie wieder an Preußen zurück, doch trat dasselbe 1815 die Niedere Grafschaft L. an Hannover ab, u. a) die Obere Grafschaft macht jetzt einen Bestandtheil des Kreises Tecklenburg im preußischen Regierungsbezirk Münster aus; b) die Niedere Grafschaft L., 61/4 QM., seit 1815 hannöverisch, ist der Grafschaft Osnabrück zugetheilt u. bildet darin mit den Münsterschen Absplissen u. der Vogtei Emsbüren eine besondere Landschaft mit 14,52 QM., ist eben, wird von der Ems u. Aa bewässert u. bringt bes. Flachs; der Haupterwerb der 28,000 Ew. sind Spinnerei u. Weberei; 2) (Ascalingium, Linga), Hauptstadt der hannöverschen niederen Grafschaft L., am Emskanal u. unweit der Ems, etwas befestigt, 3 Kirchen verschiedener Confessionen, Gymnasium (entstanden aus der 1697 gestifteten u. 1819 aufgehobenen Universität), Hebammeninstitut; Sitz der Verwaltungsbehörde, ansehnliche Weberei in Leinwand u. Wolle; Stärkefabrikation u. Gerberei; Emsfähre; 2800 Ew.; 3) Amt ebd., mit 12,000 Ew.; 4) (Lingga), Insel am südlichen Eingange der Malaccastraße (östlich von Sumatra), gebirgig, stark bewaldet, fruchtbar; Producte: Gewürze, Gummate, Edelhölzer, Zinn u. etwas Gold; 10,000 Ew. (unvermischte Malaien), welche Seidenzeuge fertigen. Hauptort u. Sitz des Sultans ist: Kwala-Dori.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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