Linz


Linz

Linz, 1) u. Hauptstadt des österreichischen Mühlkreises (Österreich ob der Enns), am rechten Ufer der Donau, über welche eine 864 Fuß lange Brücke führt u. an der Eisenbahn zwischen Budweis u. Gmunden; Sitz der Landesregierung, des Landgerichts, eines Kreisamts u. eines Bischofs mit Domcapitel, Bergschloß (einst Strafarbeitshaus, seit 1854 Kaserne), Landschaftshaus, 3 Kirchen (die 1286 erbaute Stadtpfarrkirche, die 1670 erbaute Domkirche, die Kapuzinerkirche mit dem Grabmale Montecuculis), seit 1844 ein protestantisches Gotteshaus, 5 Klöster, Versorgungsanstalt, 2 Krankenhäuser, Militärhospital, bischöfliches Seminar mit Lyceum (mit Studien der Theologie u. Philosophie), Chirurgische Anstalt, Bibliothek, Gymnasium, Normalhauptkunstschule, Gebär-, Taubstummen-, Blinden- u. Findelanstalt, 2 Militärknabenerziehungshäuser, Erziehungsinstitut der Ursulinerinnen; Musterhof zu ökonomischen Versuchen, vaterländisches Museum, Musikverein, Fabriken in Wolle (sonst kaiserliche Wollenzeugmanufactur, 1837 versteigert [beschäftigte sonst 2500 Arbeiter], Tuch, Kasimir, Teppiche liefernd); außerdem Fabriken für Barchent, Strümpfe, Baumwollenwaaren, geder, Pulver, Spielkarten, Berggrün, Spiegel u. m. a., mehrere Buchdruckereien u. 6 Buchhandlungen, 2 Messen (jede zu 14 Tagen), Handel, Donauschifffahrt; 34,000 Ew. Die Linzerinnen sind wegen ihrer Schönheit berühmt. Die Stadt ist durch 32 maximilianische (bombenfeste) Thürme, welche dieselbe in einer zwei Stunden weiten Ellipse umgeben, zur starken Festung u. zugleich zum verschanzten Lager umgeschaffen worden. L. gegenüber[406] liegt der Marktflecken Urfahr (Ufer-Linz). In der Umgegend der Arhof, der Garten des Hagerstöckels, so wie entfernter die Wallfahrtskirche zum Päßlingberg, das Schloß Waldberg, wo 1394 König Wenzel gefangen saß, der Badeort Kirchschlach etc.; vgl. G. H. Hemse, L. u. seine Umgebungen, Linz 1812. – L. gehörte im Mittelalter zur Grafschaft Hundsberg, wurde 1140 vom Grafen Gottschalk von Kymberg an den Herzog Leopold IV. von Österreich verkauft u. von Friedrich III. befestigt. 1276 hatte sich nicht weit von L. König Ottokar von Böhmen u. Kaiser Rudolf I. gegen einander gelagert. Unter Ferdinand II. wurde die Stadt 1626 von den Bauern belagert u. 21.,22. Juli vergebens gestürmt. Her 13. Decbr. 1645 Friede zwischen Kaiser Ferdinand I. u. Racoczi, welcher eine der Grundlagen des rechtlichen Bestehens in Ungarn bildet. 1674 u. 75 residirte Kaiser Matthias u. seit 1683 Kaiser Leopold I. hier. 1741 ergab es sich an die Baiern u. Franzosen; den 23. Jan. 1742 wurde es von den Österreichern genommen. Hier 17. Mai 1809 Gefecht zwischen den Österreichern unter Kolowrat u. den Sachsen u. Württembergern unter Bernadotte. Vom 24.–26. Sept. 1850 Generalversammlung des katholischen Vereins Deutschlands. 2) Sonst Kreis des Regierungsbezirks Coblenz (preußische Rheinprovinz), jetzt mit dem Kreis Neuwied vereinigt; 3) Stadt im Kreise Neuwied des Regierungsbezirks Coblenz, rechts am Rhein; altes Schloß, 3 katholische Kirchen, Synagoge, katholisches Progymnasium, Leinweberei, Strumpfwirkerei, Zeugdruckerei, Gerberei, Eisen- u. Blechwaarenfabrikation, Weinbau, Schifffahrt, Vitriolölfabrik, Braunkohlenwerk; 2850 Ew.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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