Passau [1]


Passau [1]

Passau, 1) zwei Landgerichte im baierischen Kreise Niederbaiern, an Österreich grenzend: P. links der Donau, 61/4 QM., 10,000 Ew.; u. P. rechts der Donau, 33/4 QM., 18,600 Ew.; 2) Stadt hier, am Einflusse des Inn u. der Ilz in die Donau, über welche eine 1818–23 erbaute, 677 Fuß lange Brücke führt; Sitz eines Bischofs, Oberappellationsgerichts, eines Stadt- u. zweier Landgerichte u. einer Handelskammer; besteht aus P., der eigentlichen Stadt, in dem Winkel zwischen dem rechten Donau- u. linken Innufer, u. den Vorstädten Innstadt, am rechten Innufer, Ilzstadt u. Anger, auf dem linken Donauufer; daselbst auch auf einer Anhöhe (400 F. über der Ilz) die Festung Oberhaus, durch Werke mit dem tiefer liegenden Schloß Niederhaus verbunden; Dom- od. Paradeplatz, mit der ehernen Bildsäule des Königs Maximilian I.; Domkirche, in ihrer jetzigen Gestalt aus dem Ende des 17. Jahrh., u. St. Paulskirche, bischöfliches Schloß, ehemaliges Jesuitencollegium mit Bibliothek, ehemalige Abtei St. Nicola, jetzt Caserne, Schauspielhaus, Lyceum, Gymnasium, Katholisches Priesterseminar, Landwirthschafts- u. Gewerbschule, Naturhistorischer Verein, Krankenhaus, Waisenhaus, mehre Armenhäuser, Bierbrauereien, Gerbereien, Tabak- u. Porzellanfabriken, Handel, bes. Spedition auf der Donau; 12,000 Ew. Dabei die Wallfahrtskirche auf dem Mariahilfberg u. die Luftschlösser Freudenhain, Löwenhof u. Rabengut. – P. soll von den Römern gegründet u. Pattau genannt worden sein. 977 hier Sieg des Kaisers Otto II. über den Herzog Boleslaw von Böhmen; zur Zeit Friedrichs. I. wurde es von den Baiern, zur Zeit Friedrichs II. von den Böhmen u. 1266 von Heinrich von Baiern eingenommen. Hier der Passauer Vertrag im Juli 1552 unterschrieben u. 2. August vom Kaiser ratificirt, zwischen Kaiser Karl V. u. Kurfürst Moritz von Sachsen, nach welchem beiderseits die Waffen niedergelegt, der Landgraf von Hessen freigelassen u. in Religionssachen bis zum Austrag auf einem Concil Niemand vergewaltigt werden sollte, s.u. Deutschland (Gesch.) XI. B) u. Reformation. Hier auch 8. Aug. 1647 Vertrag zwischen Kaiser Ferdinand III. u. Kurfürst Max I. von Baiern. Am 9. Jan. 1704 wurde P. von den Baiern besetzt, welche nach der Schlacht von Höchstädt wieder abziehen mußten. Im Juli 1742 überrumpelten es die Baiern, mußten es aber im Januar 1743 durch Accord wieder den Österreichern übergeben. 1805 u. 1809 wurde es von den Österreichern berennt, bald wieder befreit u. 1809 durch ansehnliche Werke verstärkt.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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