Pesăro


Pesăro

Pesăro, 1) eine mit Urbino verbundene Delegation des Kirchenstaates; 791/2QM., 226,000 Ew.; 2) feste Stadt darin, unsern der Mündung der Foglia ins Adriatische Meer, mit antiker marmorner Brücke aus den Zeiten Trajans od. Augusts, hat Bischoff, schönen Marktplatz mit der Marmorstatue Papsts Urban VIII., Kathedrale, 8 Kirchen, 10 Klöster, Jesuitencollegium, 2 Hospitäler, Waisen- u. Findelhaus, mehre Paläste (Astico mit den Marmora pisauriensia), Palast der Herzöge von Urbino, später Wohnung des Legaten, römische Wasserleitung, Bibliothek, Museum u. Münzcabinet, Gesellschaft für Beförderung des Ackerbaues, Fabriken in Seide, Fayence, Krystall, Majolica, Handel mit Feigen, Trüffeln; Hafen; 18,000 Ew.; Geburtsort von Rossini. Die vorzüglichsten Kunstschätze P-s kamen nach Paris u. von da nach Rom. Dabei l'Imperiale, sonst Villa der Herzöge von Urbino, jetzt Meierei. – P. ist das Pisaurum der Alten, seit 180 v. Chr. eine römische Colonie. Totila zerstörte sie, Belisar baute sie wieder auf. Im Mittelalter beherrschten sie die Malatesta, später die Sforza, endlich die Herzöge de la Rovere, wo es der Mittelpunkt der italienischen Literatur u. von Tasso u. Lucretia d'Este häufig besucht war, nach dem Aussterben derselben 1631 kam es an den Kirchenstaat. Vgl. Olivieri, Della fundazione di P., Pes. 1737; Giordani, Marmora Pisauriensia, ebd. 1738.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.