Pfeifen


Pfeifen

Pfeifen, 1) Hervorbringen eines Tones, in Art von Pfeisinstrumenten, durch einfache Verengung der Lippen. Blos der Mensch ist hierzu durch die Bildsamkeit u. Feinheit seiner Lippen organisirt Indem durch schwächere od. stärkere Zusammenziehung beider Lippen in der Mitte eine größere od. geringere Öffnung bleibt, wird ein tieferer od. höherer Ton innerhalb der Scale einer Octave u. darüber hervorgebracht. Durch Übung gelangen Personen mit gutem musikalischen Gehör bald dahin, diese Töne rein u. mit mehrer u. minderer Stärke hervorzubringen; doch bekommt der Ton nie einen so gefälligen Klang, daß das P. zu einer eigentlichen musikalischen Begleitung, wie ein Blaseinstrument, benutzt werden könnte. Nicht nur durch Ausstoßen, sondern auch durch Einziehen der Luft kann ein P. bewirkt werden, doch in letzterem Falle nicht mit voller Stärke. Durch Verlust der Vorderzähne geht das Vermögen dazu mehr od. minder verloren. Durch Ansetzen gespannter u. harter Körper an die Lippen u.a. Kunstmittel kann der Schall dabei sehr verstärkt werden. 2) Athemholen mit einem pfeifenden Tone; daher bei Pferden, so v.w. Hartschlächtigkeit; 3) von Vögeln (auch der Fischotter u. mehrern Mäusearten) einen ähnlichen Ton hervorbringen, welcher aber hier in der Brust od. der Kehle sich bildet; auch 41 von leblosen Dingen, unter Umständen, wie von Wind, wenn er durch enge Öffnungen hindurchgeht, od. von Kugeln, durch die Schnelligkeit, mit welcher sie die Luft durchschneiden, einen ähnlichen Ton wie das P. der menschlichen Lippen hervorbringen; 5) durch einen scharfen Ton ein Zeichen geben; 6) eine Art des Veredelns der Bäume; man löst von einem Zweige, in welchem sich ein Auge befindet, die Schale rund herum ab u. legt diese Röhre (Pfeife) um einen anderen Zweig, 4) von dem man die Schale eben so weit abgelöst hat; wird bes. bei der Orangerie angewandt.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Pfeifen — ist das Erzeugen von Tönen mithilfe von Luft, die schnell durch einen Hohlraum mit kleiner Öffnung strömt und dort Turbulenzen erzeugt. Der Mensch kann mit verschiedenen Methoden aus seinem Mund Pfeiftöne hervorbringen, die er zur musikalischen… …   Deutsch Wikipedia

  • pfeifen — pfeifen: Das westgerm. Verb mhd. pfīfen, mnd. pīpen (s. u.), niederl. pijpen, engl. to pipe ist aus lat. pipare »piepen« entlehnt (vgl. den Artikel ↑ Pfeife). Das lat. Verb ist – wie z. B. auch griech. pip‹p›ízein »piepen« – lautmalenden… …   Das Herkunftswörterbuch

  • pfeifen — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Auch: • Pfeife • Pfiff Bsp.: • Der Pfiff des Schiedsrichters unterbrach das Spiel. • Peter kann pfeifen …   Deutsch Wörterbuch

  • pfeifen — V. (Mittelstufe) Luft so zwischen den Lippen durchblasen, dass ein Ton entsteht Beispiele: Er hat nach seinem Hund gepfiffen. Er pfiff ein Lied vor sich hin. pfeifen V. (Aufbaustufe) ugs.: jmdm. ein Geheimnis verraten Beispiel: Er hat ihm nichts… …   Extremes Deutsch

  • Pfeifen — Pfeifen, die Erzeugung von Tönen durch Anblasen der Mundhöhle bei Bildung einer von den Lippen begrenzten Enge. Die Höhe der hervorgebrachten Töne hängt weniger von der Weite dieser Öffnung ab als von der Weite des Mundraumes. Indem diese… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • pfeifen — Vst. std. (11. Jh.), mhd. pfīfen, ahd. pfīfōn, mndd. pipen, mndl. pipen. Die schwache Flexion ist bei diesem Verb älter als die starke. Entlehnung aus l. pipāre gleicher Bedeutung ist denkbar; doch kann es auch sein, daß die lautmalende… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • pfeifen — quieken; piepen; piepsen; quietschen; fiepsen (umgangssprachlich) * * * pfei|fen [ pf̮ai̮fn̩], pfiff, gepfiffen: 1. a) <itr.; hat einen Pfeifton hervorbringen: laut, leise pfeifen; er pfiff, um auf sich aufmerksam zu machen; ein pfeifender… …   Universal-Lexikon

  • Pfeifen — 1. Aufs Pfeifen und aufs Singen gehört ein fröhlich Springen. – Petri, II, 26; Henisch, 1250, 15. 2. Dem ist leicht zu pfeifen, der Lust zu tanzen hat. – Parömiakon, 1501. Bei Tunnicius (57, 602): Êm is lichte genôch gepepen de gêrne danset. (Non …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Pfeifen (2) — 2. Pfeifen, verb. irreg. Imperf. ich pfiff, Partic. gepfiffen. Es ist in doppelter Gestalt üblich. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. 1) Denjenigen hellen Laut von sich geben, welchen dieses Zeitwort nachahmet und ausdrucket, wo es in… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • pfeifen — Der pfeift nicht mehr lange: der lebt nicht mehr lang; in verwandtem Sinne: Er pfeift auf dem letzten Loch (⇨ Loch).{{ppd}}    Einen pfeifen: einen Branntwein trinken. Die Wendung ist vorwiegend in niederen gesellschaftlichen Kreisen üblich und… …   Das Wörterbuch der Idiome