Marschland [1]


Marschland [1]

Marschland, 1) das sich an den Strömen u. dem Meere hinziehende, niedrige, fette, feuchte, angeschwemmte Land, hat sich aus dem von den Strömen u. dem Meere hervorgebildeten Schlamm (Schlick, im feuchten Zustande Klei) in der Art gebildet, daß zur Fluthzeit das Schlickwasser über die flachen Gründe hingeht u. namentlich bei stillem Wetter, während das Meer bei der Ebbe zurücktritt, einen Theil des gesunkenen Schlicks zurückläßt. Sobald sich der Boden nach u. nach erhöht, so daß das Watt die Höhe der ordinären Fluth erreicht u. der schlammige Thon einige Festigkeit erreicht hat, beginnen Gräser u. Kräuter zu wachsen. Die Grundbeschaffenheit des M-s macht das Klei aus. Je weniger Sand demselben beigemischt ist, desto schwerer u. fruchtbarer ist es. Zuweilen findet sich in dem Klei der sogen. Stork, welcher dem Pflanzenwachsthum sehr hinderlich ist. Die Tiefe des Kleis wechselt von 1/2-10 Fuß, die Tiefe des Meergrundes, auf dem in der Regel das M. ruht, von 2–30 Fuß. Die niedrige Lage des M-s, welche dasselbe bei hohen Fluthen der Überschwemmung aussetzt, erfordert eine Eindeichung desselben. Je nach Verschiedenheit der höheren od. niederen Lage des M-es, der Entwickelungsfähigkeit, der tiefen Ackerkrume, des besseren od. schlechteren Untergrundes eignet es sich mehr zum Frucht- od. zum Grasbau. Die weit von den Ortschaften gelegenen Ländereien werden als Weide benutzt. Marschen finden sich vorzüglich in Norddeutschland, bes. in Schleswig u. Holstein an den Küsten; 2) Flächenmaß in Hamburg, hält 71,475 französische QF.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Marschland — (vom niederd. die Marsch, soviel wie Niederung), in Nordwestdeutschland das niedrige, bei Flut zum Teil unter dem Meeresspiegel gelegene, fruchtbare, meist durch Dämme oder Deiche (s. Deich) gegen Überschwemmung geschützte Land längs der Flüsse… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Marschland — Marschland, niederdeutsch die Marsch, im nordwestl. Deutschland im Gegensatz zur Geest der in Flußtälern (Flußmarschen, Bruchland) und Küstenniederungen (Seemarschen) aufgeschwemmte fruchtbare Boden; durch Deiche oder Dämme gegen Überschwemmung… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Marschland — Marschland, der in Thälern und Ebenen aufgeschwemmte, mit sehr vielen zersetzten organischen Stoffen vermischte und deßwegen sehr fruchtbare Boden …   Herders Conversations-Lexikon

  • Marschland — Kilometerweite Marsch in den Vier und Marschlanden am Elbdeich …   Deutsch Wikipedia

  • Marschland — lanka statusas T sritis ekologija ir aplinkotyra apibrėžtis Per pavasario potvynius apsemiama paupio pieva. atitikmenys: angl. bottom land; flood plain; river flat vok. überschwemmte Flußniederung, f; March, f; Marschland, n; Wiese, f rus. пойма …   Ekologijos terminų aiškinamasis žodynas

  • Marschland — Marsch; Sumpfgebiet; Polder; Sumpfland * * * Mạrsch|land 〈n.; (e)s; unz.〉 = Marsch2 * * * Mạrsch|land, das <o. Pl.>: ↑ 2Marsch. * * * Mạrsch|land, das <o. Pl.>: 2↑ …   Universal-Lexikon

  • Marschland — Mạrsch|land Plural ...länder (so viel wie 2Marsch) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Marschland, das — Das Marschland, des es, plur. die länder, in den Niederdeutschen Provinzen, ein niedriges, morastiges an dem Meere oder großen Flüssen gelegenes Land, die Marsch; im Gegensatze des höhern Geestlandes. Daher der Marschländer, der Einwohner einer… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Марши — (Marschland) в сев. зап. Германии название низменной, плодородной, защищенной плотинами от наводнений земли у берегов рек и моря. Она наносного происхождения, состоит из тонкого глинистого ила (шлик) и песка, богата микроорганизмами. Ср. Kohl,… …   Энциклопедический словарь Ф.А. Брокгауза и И.А. Ефрона


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