Pyrrhos


Pyrrhos

Pyrrhos, Könige von Epiros, 1) P., so v.w. Neoptolemos, s.d. 1). 2) Sohn des Äakides, wurde nach der Vertreibung seines Vaters aus Epiros von dem Taulantierfürsten Glaukios erzogen; er wurde nach dem Tode seines Vaters 313 v. Chr. König von Epiros u. 307 von Glaukias in seiner Herrschaft gesichert; aber bereits 5 Jahre darnach durch einen Aufstand der Molosser vertrieben, floh er zu Demetrios Poliorketes, an dessen Seite er 301 bei Ipsos kämpfte, u. dann nach Alexandrien; mit Hülfe des Königs Ptolemäos Lagi, welcher ihm seine Stieftochter Antigone vermählte, kehrte er 296 nach Epiros zurück. Bei seinem Bestreben, die Grenzen seines Reiches auszudehnen, kam er bald in Krieg mit Macedonien, welches Land er 287 eroberte, aber bald wieder an Lysimachos verlor, welcher sogar einen Angriff auf Epiros machte. 280 v. Chr. zog er mit 25,000 Mann u. 20 Elephanten den Tarentinern gegen die Römer zu Hülfe. Er schlug diese zwar bei Heraklea u. zog dann gegen Rom, aber da er selbst bedeutende Verluste erlitten u. die Römer bewundern gelernt hatte, ließ er denselben durch Kineas Frieden anbieten, welchen aber die Römer ausschlugen. Zwar siegte er von Neuem bei Asculum über die Römer, konnte aber sein geschwächtes Heer nicht ergänzen u. ging 278 nach Sicilien, welches er zu erobern gedachte. Er trieb die Carthager aus Syrakus, indeß zur gänzlichen Räumung der Insel konnte er dieselben nicht bewegen, u. da auch die Sicilier ihn seiner Härte wegen los sein wollten u. die Carthager zur Hülfe gegen ihn aufriefen, kehrte er nach Italien zurück u. verstärkte sein Heer in Tarent, wurde aber 275 bei Benevent gänzlich geschlagen, worauf er 274 nach Epiros zurückkehrte. Er wandte sich nun wieder gegen Macedonien u. eroberte einen großen Theil dieses Landes. Vom König Kleonymos zur Hülfe gegen seine Vaterstadt Sparta aufgefordert, zog P. 272 dahin, aber sein Angriff auf die Stadt scheiterte an der Tapferkeit der Spartaner. Auf der Rückkehr traf P. bei Argos auf ein macedonisches Heer, er wollte Argos besetzen, allein die Macedonier u. Spartaner drangen mit ihm zugleich in die Stadt, u. P. wurde in dem Kampfe durch einen, von einer Frau von dem Hause herabgeworfenen Ziegel verwundet u. von macedonischen Soldaten vollends getödtet. Er soll Mehres über Kriegskunst geschrieben haben. Sein Leben u. seine Thaten hat Plutarchos beschrieben, welcher ihn mit C. Marius vergleicht. 3) P., Sohn des Königs Alexander von Epiros; regierte nach seinem Bruder Ptolemäos unter Vormundschaft seiner Mutter Olympias nur kurze Zeit über Epiros, s.d. (Gesch.). 4) P., großer Baumeister Altgriechenlands, baute das Schatzhaus zu Olympia.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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