Rübsamen


Rübsamen

Rübsamen (Rübsaat, Rübsen, Brassica napus), eine im mittlern Europa auf dem Felde gebaute Rübenart, aus deren Samen Brennöl bereitet wird. Der R. hat lange, weiße, rübenartige Wurzel, aus welcher blaßgrüne, unten etwas birnförmige, höher am Stängel herzförmige, länglich gezähnte, umfassende Blätter hervorkommen; der. Stängel ist 2–4 Fuß hoch u. trägt auf dem Ende der Zweige in einem Busche stehende gelbe Blumen mit vier Blumenblättern, auf welche walzige Schoten folgen. Man hat Winter- u. Somerrübsamen. Der Winterrübsamen hat mehr vom Frost zu leiden als der Raps, kann später, bis Ende September, gesäet werden, blüht u. reist 14 Tage eher als der Raps, gibt aber weniger, kleinere u. nicht so ölhaltige Körper als dieser. Er liebt trocknes Klima, trocknen, leichten, unkrautreinen, düngerkräftigen Boden mit durchlassendem Untergrunde. Da seine Wurzeln nicht so tief in den Boden dringen als die des Rapses, so braucht auch die Ackerkrume nicht so tief zu sein; er braucht nicht so stark als zum Raps gedüngt zu werden, doch verlangt der R. zerfetzten Dünger. Er wird nach Klee, Grünfuttergemenge u. Halmfrüchten angebaut, alles Übrige hat der Winterrübsamen mit dem Raps (s.d.) gemein. Der Sommerrübsamen verlangt Feuchtigkeit haltenden, thätigen, mürben, tiefgelockerten, milden Gersteboden, mehr feuchtes als trocknes Klima u. liebt hohe, freie Lage. Er kommt hinsichtlich der Cultur ganz mit dem Sommerraps (s.u. Raps) überein, kann aber später gesäet werden, wächst schneller empor u. entgeht dadurch dem Unkraut sicherer. Bei später Saat wird er aber oft von den Erdflöhen vernichtet, schießt bei warmer Witterung zu schnell auf, ohne Äste zu bilden, reist sehr ungleich, verunreinigt das Feld durch den leichten Ausfall der vorreifen Körner u. ist noch unsicherer u. geringer im Ertrag als der Sommerraps.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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