Schanze


Schanze

Schanze, 1) ein einzelnes, selbständiges Werk der passageren od. permanenten Befestigung. Nach der Gestalt des Grundrisses, welche die Feuerlinie bestimmt, sind sie geschlossene od. offene S-n; zu den geschlossenen gehören die Redouten, tenaillirten Verschanzungen (Sternschanzen) u. meist die bastionirten S-n; zu den offenen die Fleschen, Redans, Lunetten, Halbredouten, Schwalbenschwänze, horn- u. tronwerksartigen S-n. Die offenen S-n werden in der Keine meist mit Pallisaden, Verhauen od. anderen Hindernißmitteln geschlossen u. bilden so halboffene S-n. Meist baut man die S-n aus Erde, doch verwendet man auch Holz, Steine, Säcke etc. zum Bau u. benennt man sie nach dem vorherrschend benutzten Material Holz-, Mauer- etc. Schanzen. Oben bedeckte S-n nennt man Hohlschanzen, es sind meist Blockhäuser, welche einen selbständigen Zweck haben. Die S. versiebt man meist mit einem Graben u. verstärkt sie durch Hindernißmittel u. Reduits. Die Größe der S. richtet sich nach der Ställe der Besatzung mit Einschluß des Geschützes, welche im Innern hinlänglich Lagerraum finden müssen. 2) Auf großen Schiffen ein erhöhtes Stockwerk auf dem hinteren Theile des oberen Deckes, welcher bei dem großen Mast anfängt, u. in welchem sich die große Kajüte nebst den Kammern der Schiffsoffiziere befinden. Diese S. ist auch wohl mit leichten Kanonen besetzt, von denen zwei vorn zu Bestreichung des Verdecks bestimmt sind; das Deck der S, heißt Quarterdeck u. ist der gewöhnliche Aufenthalt der Offiziere; 3) Reisbündel, Faschine; daher Schanzen schlagen, ein Faschinenwerk machen; 4) ehedem so v.w. ein Wurf im Würfelspiel; daher Etwas in die S. schlagen, etwas auf das Spiel setzen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Schanze [1] — Schanze (Feldschanze), mit Mitteln der Feldbefestigung (s. d.) hergestellte Verteidigungsanlage, im Feld , Festungs und Etappenkrieg verwendet, entweder auf allen Seiten geschlossen (Redouten) oder an der Kehle offen, von Fleschen , Halbredouten …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schanze [2] — Schanze (v. franz. chance), alter Ausdruck für Glückswurf, Glücksfall, Wagnis, Vorteil; »etwas in die S. schlagen«, soviel wie etwas aufs Spiel setzen …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schanze [3] — Schanze, Berg in Württemberg, s. Mainhardterwald …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schanze — Schanze, in der Befestigungskunst s. Feldschanzen, auf Kriegsschiffen, s. Kampagne; auch das franz. chance, ein Glückswurf im Würfelspiel; daher in die S. schlagen s.v.w. aufs Spiel setzen …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Schanze — Schanze, ein nach den Regeln der Befestigungskunst aufgeworfenes Werk mit Graben und Brustwehr. Vergl. Flesche, Lunette, Redoute etc. S., bei großen Schiffen ein Aufsatz auf dem Hintertheil des Oberdecks, in dem sich die große Kajüte und die… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Schanze — 1. Eine Schanze geht nach der andern hin. – H. Sachs. 2. Es wart ein ieder seiner schantz. – Franck, II, 62b. 3. Es wird nicht jedem die Schanze gewährt, die er begehrt. – Fischart. 4. Jeder seh auff seine Schantz, eh er sorg vmb eines andern… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Schanze — Der Ausdruck Schanze bezeichnet: im Militärwesen einen Teil einer Festung, siehe Schanze (Festungsbau) im Wintersport eine Sprunganlage für das Skispringen, siehe Skisprungschanze eine Künstlervereinigung in Münster / Westfalen (seit 1919): Freie …   Deutsch Wikipedia

  • Schanze — Schan|ze [ ʃants̮ə], die; , n: Anlage für das Skispringen mit einer stark abschüssigen Bahn zum Anlaufnehmen: der Springer kam gut von der Schanze weg. Syn.: ↑ Sprungschanze. * * * Schạn|ze1 〈f. 19〉 1. 〈Mil.; früher〉 Befestigung, Erdwall 2. 〈Mar …   Universal-Lexikon

  • Schanze — Sein Leben für jemanden (etwas) in die Schanze schlagen: es für ihn einsetzen, es aufs Spiel setzen. Die Redensart hat mit der Schanze als Wehrbau, Bollwerk nichts zu tun, sie ist vielmehr ein alter Spielerausdruck und stammt wie andere derartige …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Schanze — 1. Wohnstättenname zu mhd. schanze »Schutzbefestigung, Schanze, Schranke«, mnd. schantze »trockenes Reisigbündel, Schanze, Wall«. 2. Herkunftsname zu dem gleich lautenden Ortsnamen (Schleswig Holstein, Niedersachsen, Nordrhein Westfalen, Hessen,… …   Wörterbuch der deutschen familiennamen