Schlämmen


Schlämmen

Schlämmen, 1) den Grund eines Gewässers von Schlamm u. anderen Unreinigkeiten befreien. Bei Häfen u. großen Kanälen geschieht es durch Baggern (s.d.) bei Flüssen dadurch, daß man dem Wasser größere Strömung gibt; bei Teichen u. kleineren Kanälen, nachdem das Wasser abgelassen ist. Bei schmalen Kanälen kann dann meist der Schlamm sogleich mit der Schaufel an das Ufer geworfen werden. Ein Teich, welcher geschlämmt werden soll, muß erst so viel als möglich trocken gelegt werden, d.h. alle Abflüsse müssen so tief als möglich geöffnet, zu den Abflüssen Haupt- u. zu diesen Nebengräben gezogen werden. Ist der Schlamm einigermaßen getrocknet, so werden in den Teich Fahrten von starken Bretern od. Bohlen gemacht u. auf diesen der Schlamm mit Radebergen aus dem Teich an das Ufer gefahren. Ist es nicht möglich einen Teich hinlänglich trocken zu legen, so kann das S. erst im Winter vorgenommen werden, wenn der Schlamm gefroren ist, dann hat man auch den Vortheil, daß man mit Pferden u. Schlitten in den Teich fahren kann. 2) Trennung pulverförmiger od. erdiger Substanzen von beigemengten schwereren od. gröberen Theilen mit Hülfe von Wasser; die Substanzen werden mit Wasser zu einem düunflüssigen Gemenge angerührt u. dasselbe nach kurzer Ruhe langsam abgegossen. Die feineren u. leichteren Theile erhalten sich im Wasser suspendirt u. setzen sich in einem andern Gefäß ab. So wird mit Kies stark untermischter Lehm vor seiner Verwendung zu Ziegeln geschlämmt. Man hat hierzu große, hölzerne Kasten, in welchen der Lehm mit Wasser zu einem Brei vermengt wird; alsdann wird der Brei durch eine Öffnung an der Seite des Kastens in eine Grube gelassen, während der Kies auf dem Boden des Kastens zurückbleibt; auf eine ähnliche Art reinigt man auch den Thon vom Sande. Braucht man nur eine kleine Menge, aber sehr reinen Thon, so wird der Thon in einem Gefäß mit Wasser gerührt u. nach einiger Zeit der dünne Brei in ein anderes Gefäß gegossen, wo sich der Thon frei von Sand absetzt. Auf ähnliche Art schlämmt man auch Kreide u. andere gepulverte Gegenstände, z.B. Erdfarben. 3) Bei verschiedenen Hüttenarbeiten so v.w. waschen, d.h. Theile von verschiedenem specifischen Gewichte mit Hülfe des Wassers absondern, welches die leichteren Theile mit fortnimmt, bes. waschen der gepochten Erze od. Hüttenproducte. Das S. erfolgt zum Theil in den nassen Pochwerken, aber vorzüglich auf den Waschherden; vgl. Blaufarbenwerk; ähnlich wird der Thon für feinere Thonwaaren geschlämmt; 4) der erste Anstrich einer Mauer od. Wand, welcher als Grund zu den folgenden Anstrichen[214] dient. Man gebraucht zu dieser Arbeit einen schon etwas abgenutzten Pinsel, den Schlämmpinsel; 5) so v.w. Schlemmen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Schlämmen — Schlämmen, Operation zur Trennung kleiner, ungleich schwerer, stoffgleicher oder stoffverschiedener Teilchen, besteht im allgemeinen darin, daß man das zu verarbeitende Material mit Wasser anrührt und die gebildete »Milch« nach längerer oder… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schlämmen — Schlämmen, s. Bodenphysik, Herdarbeit, Tonwaren …   Lexikon der gesamten Technik

  • Schlämmen — Schlämmen, Operation zur Scheidung spezifisch leichter Körper von schweren, feinerer von gröbern in Flüssigkeiten; im Hochbau das Grundieren geputzter Wände mit Schlämmkreide …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Schlammen — Schlammen, verb. reg. neutr. mit haben, Schlamm geben oder verursachen …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schlämmen (1) — 1. Schlämmen, verb. reg. act. 1) Von einem gepülverten Körper das zarte Pulver durch öfters aufgegossenes und abgeseihetes Wasser von dem gröbern absondern. Asche, Sand schlämmen. Geschlämmter Sand, die auf solche Art erhaltenen kleinsten Theile… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schlämmen — Die Schlämmanalyse, auch als Schlämmen oder Schlämmung bezeichnet, ist ein mechanisches Trennverfahren zur quantitativen Bestimmung des Feinkornanteils einer Sedimentprobe (Dispersitätsanalyse). Die Schlämmanalyse ist eines der Verfahren der… …   Deutsch Wikipedia

  • Schlämmen (2) — 2. Schlämmen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, im Genusse der Speise und des Getränkes die Grenzen der Rothdurft auf eine grobe Art überschreiten, im Genuß der Speise und des Trankes im hohen Grade unmäßig und üppig seyn. Sey nicht ein …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • schlämmen — anschwemmen * * * schlạm|men 〈V. intr.; hat〉 Schlamm absetzen * * * Schlạ̈m|men; Syn.: Aufschlämmen: Trennverfahren für Gemische aus Feststoffen gleicher Größe, aber unterschiedlicher Dichte, durch Herausspülen der leichteren Teilchen in einem… …   Universal-Lexikon

  • schlämmen — Schlamm: Das erst von Luther ins Hochd. eingeführte Wort erscheint nach 1300 als mitteld. slam (Genitiv slammes) »Kot«, mnd. slam »Schmutz, Morast; Abfall beim Getreidemahlen«. Es lässt sich mit den nasalierten Formen aus der Wortgruppe um ↑… …   Das Herkunftswörterbuch

  • schlammen — schlạm|men (mit Wasser aufbereiten; Schlamm absetzen) …   Die deutsche Rechtschreibung