Sengen


Sengen

Sengen, 1) etwas auf der Oberfläche u. nur in geringem Grade verbrennen; 2) bei geschlachteten Gänsen, die kleinen Federn, welche man nicht ausrupfen kann, dadurch entfernen, daß man die Gans kurze Zeit über ein flammendes Feuer hält; 3) bei Schweinen, bes. wilden Schweinen, die Borsten u. Haare mit glühendem Eisen abbrennen; 4) die lang hervorragenden Haare der gewalkten Hüte abbrennen, indem man dieselben über brennendes Stroh hält; 5) gewebten Stoffen von Baumwolle u. Wolle durch Hinziehen über glühendes Metall od. über eine Flamme den Flaum von seinen Härchen wegbrennen u. sie glatt machen; vgl. Kattun. Man verwendet oft auch besondere Sengmaschinen, welche namentlich für eine regelmäßige Bewegung u. Leitung des Zeuges sorgen. Auch die seinen Garne zur Bobbinet- u. Spitzenfabrikation od. zu den feinsten Geweben u. Strumpfwaaren pflegt man zu sengen, indem man den Faden auf einer Garnsengmaschine rasch durch eine kleine Gasflamme leitet, wodurch er glätter, gleicher u. leichter wird; 6) (Weber), so v.w. Kareien; 7) bei wollenen u. baumwollenen Garnen die vorstehenden Fasern vor dem Färben beseitigen, s.u. Garnfärben; 8) beim Ausbessern eines Schiffes die fauligen Stellen des Holzes ausbrennen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Sengen — Sêngen, verb. regul. act. die haarigen oder den Haaren ähnlichen Theile auf der Oberfläche eines Körpers abbrennen. Ein geschlachtetes Schwein, eine gerupfte Gans sengen. Die Hutmacher sengen die Hüte, wenn sie ihnen mit angezündetem Strohe die… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • sengen — »leicht an der Oberfläche brennen«: Das westgerm. Verb mhd. sengen, ahd. bi sengen, niederl. zengen, engl. to singe bedeutete ursprünglich »brennen, dörren«. Es ist u. a. verwandt mit mhd. senge »Trockenheit«, sungen »anbrennen«, niederd.… …   Das Herkunftswörterbuch

  • sengen — Vsw erw. obs. (8. Jh.), mhd. sengen, ahd. bisengen, mndd. sengen Stammwort. us wg. * sangeja Vsw. versengen , auch in ae. sengan, afr. sendza, sandza, senga. Außergermanisch vergleicht sich vielleicht maked. kslav. prěsęčiti trocknen . Weitere… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Sengen — (Gasieren), eine Operation, welche mit bestimmten Sorten von Baumwollzwirn vorgenommen wird, um ihnen die über die Oberfläche vorlebenden Fäserchen abzubrennen, so daß der Zwirnfaden ein glattes, sauberes[81] Aussehen bekommt. Die… …   Lexikon der gesamten Technik

  • sengen — sen|gen [ zɛŋən]: 1. <tr.; hat a) (selten) [durch allzu große Hitze] an der Oberfläche leicht verbrennen: er hat beim Bügeln den Kragen gesengt. Zus.: ansengen, versengen. b) durch leichtes, flüchtiges Abbrennen mit einer Flamme von restlichem …   Universal-Lexikon

  • sengen — 1. a) anbrennen, ansengen, versengen; (ostmd.): ankokeln. b) abbrennen, absengen. 2. a) brennen, glimmen, glühen, schwelen. b) brennend/glühend heiß sein, glühen, sengend sein, stechen, stechend sein; (ugs.): knallen. * * * sengen:s.undbrennen:⇨ …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Sengen — Als Sengen bezeichnet man: ein industrielles Veredelungsverfahren für Garne, Zwirne, Gewebe, Filze und Maschenware siehe Gasieren ein Vorbereitungsverfahren in der Lebensmittelherstellung siehe Abflammen Diese Seite ist eine Begriffsklär …   Deutsch Wikipedia

  • sengen — sengenv 1.jmeinssengen=jmeinenheftigenSchlagversetzen.⇨Senge1.1900ff. 2.sichmitjmsengen=sichmitjmprügeln.1900ff …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • sengen — senge …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • Sengen —    Japanese goddess of Mount Fuji Yama who was also known as Ko No Hana Saku a Hime, ‘the Princess who makes the flowers of the trees to blossom’. She may be connected with Fuchi …   Who’s Who in non-classical mythology


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