Sichel [1]


Sichel [1]

Sichel, 1) ein Werkzeug zum Abschneiden des Grases u. Getreides, besteht aus einer nach vorn zu schmäler werdenden Klinge in Gestalt eines Halbzirkels od. Bogens u. einem kurzen, hölzernen Handgriffe. Die Grassicheln sind kurz u. sehr gebogen, die Getreidesicheln länger u. weniger gebogen; man hat gezahnte u. ungezahnte, erstere haben auf der einen Seite dichte Feilenhiebe, so daß sie auf der andern Seite geschliffen eine gezahnte Schneide bekommen. Letztere werden durch Dengeln (s.d.) geschärft. Die Grundsichel ist in einem stumpfen Winkel an einer langen Stange befestigt, um damit Schilf im Wasser abzuhauen.[956] Die Sichelklingen werden in den Sensenfabriken verfertigt (s. Sensen). Die S. (gr. Harpe) kommt im Alterthum meist als Waffe vor u. war orientalischen Ursprungs; vgl. Säbel. Dort kamen sie auch an den Streitwagen (s.d.) vor. In Griechenland erscheint Saturnus mit einer S. bewaffnet; dann ist sie das Symbol des Landbaus, daher Attribut des Saturnus, der Demeter u. der römischen Ceres u. ist noch jetzt Symbol des Ackerbaus. 2) Ein Gegenstand von bogenförmiger Gestalt; 3) der Mond, wie er einige Tage vor u. nach dem Neumond erscheint. 4) (Sichelblume), die Gemeine Kornblume. 5) S. des großen Gehirns, s.u. Gehirnhäute a).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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