Sitten


Sitten

Sitten (Sion), 1) Bisthum im Schweizercanton Wallis, angeblich das älteste der Eidgenossenschaft, welches 381 zuerst vorkommt u. seinen Sitz Anfangs zu Octodurum (Martinach) hatte, von wo er im 6. Jahrh. nach S. verlegt wurde; es wurde von Karl dem Großen mit der Walliser Landeshoheit begabt, 1513 unter den Päpstlichen Stuhl gestellt, während es früher dem Erzbischof von Tarentaise in Savoyen unterworfen war, u. erstreckte sich vor der Reformation über das ganze Wallis u. den jetzigen waadtländischen Bezirk Aigle; jetzt hat es 107 Pfarreien mit etwa 85,000 Seelen, der Bischof hat nur eine Stimme im Großen Rathe, das Domcapitel besteht mit Einschluß der Dignitarien aus 12 eigentlichen Stiftsherren, welche ihren Sitz in S. haben, u. aus 12 andern geistlichen Mitgliedern. 2) Bezirk im Schweizercanton Wallis, zwischen der Rhone u. ihren beiden linken Nebenflüssen Liena u. Morge u. zwischen den Bezirken Hérens u. Conthey; Viehzucht, Alpen- u. Landwirthschaft; 6300 Ew.; 3) Stadt u. Hauptort darin u. des Cantons, rechts an der Rhone u. an dem von den Gletschern des Geltenhorns herabkommenden u. durch die Stadt fließenden Sittenbache (Sionne), sowie an der Rhonethalbahn; mit[148] hohen Mauern, Gräben u. Wällen u. engen, Gassen mit Ausnahme der Hauptstraße u. der neueren Vorstadt; Bischofssitz, Post- u. Telegraphenamt, Kathedrale, St. Theodulskirche, Domstift, Jesuitencollegium (1734 gestiftet, 1847 aufgehoben) mit Kirche, Kapuzinerkloster (seit 1601), bischöflicher Palast, alterthümliches Rathhaus, Hospital (ein Theil desselben dient als Tabaksfabrik), 2 Bergschlösser (das nördliche, höher gelegene Tourbillon, 1492 erbaut, war lange Zeit Wohnsitz des Bischofs u. wurde 1798 von den Franzosen bei Eroberung der Stadt zerstört; das niedriger, dem vorigen. gegenüber liegende alte Schloß Valeria ist auf den Trümmern eines römischen Castells erbaut, hat die schon im 9. Jahrh. gegründete St. Katharinenkirche u. ist jetzt Priesterseminar); das dritte, ebenfalls bischöfliche Schloß Majoria brannte 1788 theilweise ab; S. hat außerdem eine Seidenfabrik, Handel mit Wein etc., 2 Jahrmärkte; 2950 Ew. Es ist das alte römische Sedunum, war Hauptort des französischen Departements Simplon, wurde achtmal belagert, erobert, eingeäschert u. brannte 1788 zum Theil ab.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Sitten — Sit ten, obs. p. p. of {Sit}, for sat. [1913 Webster] …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Sitten — Sitten, Stadt, s. Sion …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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  • Sitten — Sitten, Sion, Hauptstadt des Kantons Wallis, uralter Bischofssitz, mit 3000 E., schöner Kathedrale, den Bergschlössern Valeria und Tourbillon …   Herders Conversations-Lexikon

  • sitten — [sit′ n] vi., vt. obs. pp. of SIT …   English World dictionary

  • Sitten — Sịtten,   französisch Sion [sjɔ̃],    1) Hauptstadt des Kantons Wallis, Schweiz, 491 m über dem Meeresspiegel, im breiten Tal der Rhone (im Wesentlichen auf dem rechten Ufer), 26 400 Einwohner; Sitz eines katholischen Bischofs und des… …   Universal-Lexikon

  • Sitten — Sit Sit, v. i. [imp. {Sat}({Sate}, archaic); p. p. {Sat} ({Sitten}, obs.); p. pr. & vb. n. {Sitting}.] [OE. sitten, AS. sittan; akin to OS. sittian, OFries. sitta, D. zitten, G. sitzen, OHG. sizzen, Icel. sitja, SW. sitta, Dan. sidde, Goth. sitan …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Sitten — Sion Pour les articles homonymes, voir Sion (homonymie). Sion Vue sur Sion depuis Valère …   Wikipédia en Français


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