Säbel


Säbel

Säbel, 1) ein längeres Seitengewehr mit einschneidiger, mehr od. weniger gekrümmter Klinge, welches die leichte Reiterei, reitet. de Artillerie u. Offiziere führen. Für die gemeinen Reiter ist die Klinge ziemlich breit u. stark, da des Gegners Hieb mit der Klinge parirt werden muß. Die Klingen zu Offiziersäbeln sind etwas schmäler u. meist damascirt. Alle Klingen haben nahe am Rücken eine schmale Hohlkehle u. sind meist auf der ganzen Fläche hohl ausgeschliffen. Um diese S. auch leichter zum Stich gebrauchen zukönnen, ist der Rücken nach der Spitze etwa 3 Zoll weit geschliffen. Die türkischen S. sind sehr gekrümmt, auch wohl mach innen wie eine Sichel geschliffen. Das Gefäß besteht meist nur aus dem Griffe, auf dessen Scheitel die Feder (ein rundes Stück Metall) die Klinge festhält, während mit der Kappe (einem Stück Eisen od. Messing) die hintere Seite des Griffes belegt wird. Bügel, Korb u. Parirstange sind von Eisen od. Messing, bei Offizieren auch wohl vergoldet, mit getriebener u. gegrabener Arbeit geziert. Die Scheiden sind von Metall od. von Leder. Das Gewicht eines S-s soll 21/2 Pfund sein. Die S. der Infanterie sind meist durch Faschinenmesser od. Haubayonnete verdrängt, wo sie noch existiren, sind sie leicht, 11/2 – 21/4 Fuß lang u. mit lederner Scheide versehen. – Der S. war eigentlich eine barbarische Waffe u. hauptsächlich bei den Scythen sehr gebräuchlich; auch die Kaspier u. dann die Perser trugen S. (Akinakes). In Griechenland findet sich der S. (Kopis) blos im Peloponnes, bes. in Argos; indeß auch die Lakedämonier trugen kleine krumme S. (Xyelä), welche im Kampf beim Angriff gebraucht wurden. Bei den Römern findet sich der S. gar nicht. Dagegen brachten die Hunnen wieder S. mit u. fast alle aus dem Orient stammende Völker führten dergleichen. Hauptsächlich war aber der S. Hauptwaffe der Sarazenen, Araber, Türken, wogegen die abendländischen Völker das Schwert (s.d.) zur Hauptwaffe hatten, doch führten die Ungarn u. Polen immer S.; 2) so v.w. Palasch; 3) (Her.), S. kommen auch in Wappen[645] vor u. bedeuten in ungarischen Wgppen oft Auszeichnung in Türkenkriegen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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