Taurocholsäure

Taurocholsäure

Taurocholsäure (Choleïnsäure), C52H44NS2O13, HO, in der Galle der meisten Thiere, sowie des Menschen, neben Glykocholsäure vorkommende, an Natron gebundene Säure; ist noch nicht vollkommen frei von Glykocholsäure dargestellt worden. Man erhält sie nach Lieberkühn auf folgende Weise: gereinigte Rindsgalle wird mit Bleizucker gefällt, um den größten Theil der Glykocholsäure zu entfernen, das Filtrat so lange unter Umrühren mit Bleiessig versetzt, bis sich der Niederschlag zusammenballt, filtrirt u. nochmals Bleiessig zugesetzt; es entsteht ein harzartiger Niederschlag von taurocholsaurem Bleioxyd, derselbe wird in siedendem Alkohol gelöst, heiß in Wasser filtrirt u. der Niederschlag durch Kneten ausgewaschen; man löst ihn dann wieder in Alkohol auf u. leitet Schwefelwasserstoff in die Flüssigkeit; die vom Schwefelblei absilirirte Lösung liefert beim Verdunsten die T. möglichst rein. Sie ist amorph, harzartig, wenig löslich in Wasser, löst Fett, Fettsäuren u. Cholesterin, zersetzt sich beim Kochen mit Säuren in Taurin u. Cholsäure; durch concentrirte Schwefelsäure wird sie vollständig gelöst, durch Wasser wieder ausgefällt; mit Basen bildet sie Salze. Das Barytsalz ist in Wasser leicht löslich, krystallisirt in luftbeständigen Nadeln; das Kupfersalz ist zerfließlich, bildet grüne Nadeln, das Natronsalz sternförmig gruppirte Nadeln, welche unter Äther bei 30° zu einem Harz zerfließen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Taurochōlsäure — Taurochōlsäure, s. Gallensäuren …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Taurocholsäure — Taurochōlsäure, Choleïnsäure, in Form ihres Natriumsalzes ein Hauptbestandteil der Galle, eine Verbindung von Cholsäure mit Taurin (s.d.), in Wasser und Alkohol leicht löslich …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Taurocholsäure — Tau|ro|chol|säu|re [↑ Cholsäure] ↑ Taurin. * * * Taurocholsäure   [Kurzbildung aus Taurin und Cholsäure], C26H45NO7S, eine gepaarte Gallensäure (Gallensäuren), bei der Cholsäure und Taurin säureamidartig miteinander verbunden sind …   Universal-Lexikon

  • Galle [1] — Galle, 1) (Bilis, Fel), eine allen Thieren, die mit einem Herzen u. einem Blutcirculationssystem versehen sind, eigeue, aus dem Blute durch die Leber abgesonderte gelbe, grüne od. braune Flüssigkeit. Die Function der G. bei der Verdauung besteht… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Gallensalze — Strukturformel von Cholansäure, der Stammverbindung der Gallensäuren. Die Gallensäuren sind wichtige Endprodukt des Cholesterinstoffwechsels und dienen der Fettverdauung und Fettresorption. Gallensäuren gehören zur Gruppe der Steroide.… …   Deutsch Wikipedia

  • Gallensäure — Strukturformel von Cholansäure, der Stammverbindung der Gallensäuren. Die Gallensäuren sind wichtige Endprodukt des Cholesterinstoffwechsels und dienen der Fettverdauung und Fettresorption. Gallensäuren gehören zur Gruppe der Steroide.… …   Deutsch Wikipedia

  • Galle [1] — Galle (Bilis, Fel) ist das Absonderungsprodukt der Leber, aus der sie teils direkt in den Zwölffingerdarm abfließt, teils in die Gallenblase (s.d.) übergeht, um von hier aus in den Darm zu gelangen. Frische G. reagiert meistens schwach alkalisch …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Gallensäuren — Gallensäuren, die der Galle eigentümlichen und darin überwiegend an Natron gebundenen Säuren, besonders Glykocholsäure und Taurocholsåure. Erstere C26H43NO6 oder C24H39O4.NH.CH2.COOH bildet farblose Kristalle, schmeckt süß, hinterher intensiv… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Taurīn — (Amidoisäthionsäure, Amidoäthylsulfosäure) C2H7NSO3 oder NH2.CH2.CH2.SO3H findet sich frei oder mit Cholsäure verbunden (Taurocholsäure) in der Galle der Ochsen und andrer Tiere, im Darminhalt, in den Nieren und im Lungengewebe, in Muskeln… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Taurin — Tau|rin 〈n. 11〉 Neurotransmitterhemmstoff, der beim Abbau der Aminosäure Cystein entsteht [zu grch. tauros „Stier“, weil es erstmals 1824 aus der Ochsengalle isoliert wurde] * * * Tau|rin [griech. taũros = Stier, Ochse (wegen der ersten… …   Universal-Lexikon

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