Thessalonīke


Thessalonīke

Thessalonīke (Thessalonich), befestigte Stadt in der macedonischen Landschaft Mygdonia, am Thermaischen Meerbusen u. an der Via Egnatiana, mit Hafen; hier Arsenal des Königs Perseus; in der römischen Zeit war Th. Hauptstadt erst von Macedonia prima u. später von Griechenland u. Illyrien, Sitz des Prätors u. Mittelpunkt des asiatisch-europäischen Handels; j. Salonichi (s.d.). Anfangs stand hier Therme, eine griechische Colonie;.an dessen Stelle baute Kassander die neue Stadt u. nannte sie nach seiner Gemahlin Thessalonike, Tochter des Königs Philippos des Großen von Macedonien, Th. Auf seiner zweiten Bekehrungsreise kam der Apostel Paulus mit Silas auch nach Th. u. gründete hier eine christliche Gemeinde, welche vorzüglich aus jüdischen Proselyten u. Heiden bestand u. an welche er die zwei Briefe an die Thessalonicher schrieb (s.u. Paulus S. 759). Die oströmischen Kaiser hatten zu Th. Statthalter. Da einer derselben, Boterich (Botherich), 389 n. Chr. von dem Pöbel ermordet wurde, weil er einen Wettfahrer im Circus wegen unzüchtiger Liebe zu einem seiner Sklaven eingekerkert hatte, so ließ der Kaiser Theodosius die Einwohner in den Circus locken u. dort 6000 (nach Andern 15,000) niederhauen. 473 wurde Th. von den Ostgothen unter Theodemir belagert, aber durch Clarianus gerettet. Im 6. Jahrh. vertheidigte es sich tapfer gegen die Hunnen u. Slawen. 904 wurde es durch die Sarazenen erobert u. 10 Tage lang geplündert; 1040 von den Bulgaren belagert, aber von Constantin entsetzt; 1185 durch die Sicilianer unter Tancred genommen. Da 1204 der Markgraf Bonifacius II. Kreta u. als Gemahl der Margarethe, der Wittwe des Kaisers Isaak, den Landstrich jenseit des Bosporus erhalten hatte, vertauschte er den letztern gegen die Gegend von Th. u. erhob sie zu einem Königreich. 1205 empörte sich die Stadt während seiner Abwesenheit u. nahm den Bulgaren Exismeno als Herrn an, jedoch die Königin Margarethe hielt sich in der Citadelle u. vertrieb den Usurpator. Bonifacius st. 1207 u. ihm folgte in Th. sein Sohn Demetrius. Diesem entriß, während seiner Abwesenheit in Rom, 1222 Theodoros Angelos, Kaiser von Epirus, Th., u. da Demetrius nicht wieder in den Besitz von Th. kommen konnte, so vermachte er 1227 dem Kaiser von Nikäa seine Ansprüche daran. So kam Th. nach Aufhebung des Lateinischen Kaiserthums wieder an die byzantinischen Kaiser. Weil aber das Byzantinische Reich sie nicht schützen konnte, verkauften die Thessalonikenser ihre Stadt an die Venetianer; 1430 wurde Th. von den Türken unter Hasambeg erobert u. blieb seitdem unter türkischer Herrschaft. Vgl. F. Beaujours, Schilderung des Handels von Griechenland, bes. der Stadt Th., herausgegeben von M. C. Sprengel, Weim. 1801; Tafel, De Thessalonica ejusque agro, Berl. 1839.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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