Tisch [1]


Tisch [1]

Tisch, 1) ein Hausgeräthe, etwas darauf zu stellen od. sitzend daran ein Geschäft zu verrichten. Er besteht oben aus einem glattgehobelten Brete, dem Tischblatte, u. aus einem, zwei, drei od. vier Füßen, welche selten unmittelbar am Tischblatte befestigt, sondern gewöhnlich mit einem Rahmen zu dem Tischgestelle verbunden sind, worauf dann das Tischblatt ruht. Solche T-e haben meist eine zum Herausziehen eingerichtete Schublade (Tischkasten). Die T-e sind meist von Holz u. dann werden sie gewöhnlich angestrichen, lackirt od. polirt, während man das Blatt oft mit einer Decke, namentlich aus Wachstuch, belegt. Bei sehr feinen T-en ist das Blatt oft künstlich mit fremdem Holz, Perlmutter, Edelsteinen ausgelegt. Man hat auch Tischblätter von Marmor, Schiefer, Blech etc. Der Gestalt des Blattes nach sind die T-e rund, länglichrund, vier- u. achteckig. Verschiedene Einrichtung haben die Auszieh-, Klapp-, Spiel-, Näh-, Nacht-, Schreib-, Wasch-, Pfeiler-, Wand-, Werktische (s.d. a.) etc. In der alten Zeit hatte man in Griechenland T-e (Trapezai), welche nur so groß waren, daß ein Mann daran sitzen u. essen konnte; später wurden die T-e nicht nur größer, so daß ganze Gesellschaften daran speisen konnten, sondern auch prächtiger, aus kostbaren u. fremden Holzarten, mit künstlich ausgearbeiteten Füßen u. mit metallenen Platten belegt. Bei den Römern unterschied man T-e zum Essen (Mensae, Cibillae), sie waren viereckig, später auch rund; jene hatten gewöhnlich drei Füße, später nur einen; die kostbarsten waren die Monopodia, welche aus afrikanischem Holz verfertigt u. mit einem Fuß aus Elfenbein versehen waren. Kleinere T-e (Abaci) brauchte man, um Trinkgeschirre darauf zu setzen, auch zum Rechnen, Spielen etc., bes. dienten sie aber als Putztische. 2) Zu besonderen technischen Zwecken eigenthümlich vorgerichtete T-e, z.B. zur Amputation (Amputationstisch), zu anatomischen Übungen (Präparirtisch) etc; 3) so v.w. Schertisch; 4) so v.w. Tischbreite; 5) bei verschiedenen Maschinen, z.B. bei Kratzen, der Theil, auf welchem das zu verarbeitende Material ausgebreitet u. der Maschine zugeführt wird; 6) die Krone der Backzähne; 7) der Raum in der inneren Hand, s.u. Chiromantie II. A).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Tisch — Tisch: Das westgerm. Substantiv mhd. tisch »Speisetafel; Ladentisch«, ahd. tisc »Schüssel; Tisch«, niederl. dis »Tisch«, engl. dish »Platte, Schüssel; Gericht, Speise« (die nord. Sippe von schwed. mdal. disk »Teller; Ladentisch« stammt wohl… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Tisch — can refer to:*members of the Tisch family, owners of the Loews Corporation, including Laurence Tisch, his brother Bob Tisch, and son Jonathan Tisch *Tisch School of the Arts, a school at New York University *The Jonathan M. Tisch College of… …   Wikipedia

  • TISCH — TISCH, U.S. brothers, entrepreneurs and philanthropists. LAURENCE ALAN TISCH (1923–2003), the older of two brothers, was born in Brooklyn, N.Y. His father, Abraham (Al), was an All American basketball player at the City College of New   York and… …   Encyclopedia of Judaism

  • Tisch — Tisch, ursprünglich ein einfaches aus Brettern und tragenden Stützen bestehendes Möbel, das zuerst als Speisetisch diente. Unter einer verschiebbaren Platte oder in Schubfächern barg der Tisch gleichzeitig Behälter für allerlei Gebrauchsgeräte.… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Tisch — Sm std. (8. Jh.), mhd. tisch, ahd. tisc, as. disk Entlehnung. Wie ae. disc Schüssel , anord. diskr Teller, Schüssel zum Auftragen entlehnt aus l. discus Scheibe, Platte, Schüssel , das aus gr. dískos Scheibe, Wurfscheibe entlehnt ist. Der Sache… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

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  • Tisch — 1. Am tisch sei frölich, nicht hader mach, zu afterred sey nicht vrsach. Lat.: Absint a mensa, detractio, murmur et ira, sed cum laedicia, sumatur potus et esca. (Loci comm., 126.) 2. Am Tisch sol man keines Haders gedencken. – Petri, II, 14. 3.… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon