Wasserkäfer


Wasserkäfer

Wasserkäfer, 1) ein Käfer, welcher seinen einzigen od. vorzüglichen Aufenthalt im Wasser hat; 2) (Hydrocanthari), so v. w. Schwimmkäfer; 3) so v. w. Tauchkäfer; 4) (Hydrophilii, Hydrophilina), Fühler keulenförmig, sechs- bis neungliederig, mit deutlich abgesetztem Kopfe; Hinterbeine plattgedrückt, bewimpert (Ruderfüße); Kiefertaster meist länger als die Fühler; Körper eirund od. rundlich, leben in stehenden Gewässern, schwimmen, die Beine abwechselnd wie die Hunde bewegend; nähren sich vom Raube anderer Insecten u. haben überhaupt die Lebensweise der Schwimmkäfer. Gattungen: A) Elophorini (Helephorini), Körper länglich, Halsschild nach hinten abgeschnürt, Oberkiefer mit einfacher Spitze, Beine mehr zum Gehen eingerichtet, schwimmen schlecht: a) Hydrochorus, Fühler siebengliedrig, Brustschild breiter als der Kopf, mit vorgequollenen Augen; Art: H. Elongatus, schwarzgrün, Brustschild mit fünf Gruben, Flügeldecken länglich, punktirt gestreift, Naht u. die meisten Zwischenräume ganz, die mitteln halbgekielt; Länge 2 Zoll; b) Elophorus, Fühler sehr kurz, mit rundlicher Keule, das erste Glied groß, Leib länglich, schmal, Brustschild breiter als der Kopf, mit fünf Längsfurchen, Schienbeine geborstet; Art: E. grandis IU., dunkel kupferbraun, Brustschild mit fünf Furchen, hinten verschmälert, Flügeldecken grau, punktirt gestreift. B) Hydrophilini, Körper eirund, Brustschild gewölbt, nicht abgeschnürt von den Flügeldecken, Oberkiefer mit zwei Zähnen an der Spitze: a) Hydrobius, Brustbein nur in der Mitte gekielt, Hintertarsen kaum zusammengedrückt; Arten: H. fuscipes s. scarabaeoides, eirund, gewölbt, schwarz od. pechbraun, dicht punktirt, Flügeldecken gekerbt-gestreift, Beine pechbraun, 3 Linien lang; H. melanocephalus, eirund, gewölbt, oben bräunlichgelb, dicht punktirt, Kopf u. Mitte des Brustschildes schwarz, Flügeldecken mit eingedrücktem Nahtstreife; Länge 21/2 Linien; b) W. (Hydrophilus), Brustbein ganz gekielt, hinten in einen starken Stachel verlängert, Hintertarsen stark zusammengedrückt, letztes Fußglied der Vorderfüße beim Männchen in ein plattes Dreieck erweitert. Die Larven sind weich, sechsfüßig, großköpfig, athmen durch den Hinterleib, fressen viel Fischroggen, werden dadurch schädlich. Arten: Pechbrauner W. (H. piceus), 11/2 Zoll groß, glänzend schwarzbraun, oval, glatt, hat gelbe Fühlerkolbe, starken Brustspieß, schwimmt, taucht u. fliegt (stark sumsend) gut, sehr räuberisch, frißt Wasserinsecten, beißt Fische an; das Weibchen spinnt aus zwei Warzen ein Gespinnst, welches wie ein Schiff auf dem Wasser schwimmt u. mit einer unauflöslichen Masse umgeben ist; darin liegen die Eier regelmäßig geordnet; die ausgekrochenen Larven springen dann ins Wasser; die Larve ist platt, schwärzlich, länglich eirund, hat starke Kiefern, frißt kleine Schnecken u. Fische; H. caraboides, eirund, hinten abgerundet, gewölbt, schwarz, glänzend, 8 Linien lang.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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