Wille [3]

Wille [3]

Wille, Joh. Georg, geb. 1715 in einer Mühle bei Gießen am Fuße des Diemsberges, kam als Büchsenmacher nach Strasburg, von wo er mit dem Kupferstecher G. F. Schmidt nach Paris reiste. Von Gravirungen auf Büchsenbeschlägen ging er zum Kupferstechen fort, wurde Hofkupferstecher les Königs von Frankreichs, des Deutschen Kaisers u. des Königs von Dänemark. In der Revolution verlor er sein ganzes Vermögen u. dazu sein Augenlicht, so daß er vom Kunsthandel leben mußte. Er ließ zuletzt 36 seiner besten Platten auf 19 Fotobogen drucken mit einem Titelblatt, auf welchem er als blinder Bettler von einem Hunde geführt vorgestellt ist. Er st. 8. Aug. 1806 in Paris. Man kennt von seiner Hand 198 Blätter, ausgezeichnet durch Genauigkeit u. Gleichmäßigkeit im Stich u. durch eine ebenso kunstreiche als geschmackvolle Behandlung der einzelnen Stoffe.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Wille — Wille …   Deutsch Wörterbuch

  • Wille — Sm std. (8. Jh.), mhd. wille, ahd. willo, as. willio Stammwort. Aus g. * weljōn m. Wille , auch in gt. wilja, anord. vili, ae. willa, afr. willa. Instrumentalbildung zu wollen von der e Stufe. Außergermanisch ist etwa akslav. volja f. Wille (von… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Wille. — Wille.   In der traditionellen Psychologie wird als Wille meist das Vermögen des Menschen bezeichnet, sich bewusst für (oder gegen) eine bestimmte geistige Einstellung oder Verhaltensweise zu entscheiden. Im Unterschied zur Triebhandlung wird als …   Universal-Lexikon

  • Wille [1] — Wille (lat. Voluntas), 1) theils als allgemeiner Ausdruck für das Wollen (Voluntas), theils in der Bedeutung eines einzelnen bestimmten Willensactes (Volitio), bezeichnet dasjenige Begehren, mit welchem sich in dem Bewußtsein des Wollenden die… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Wille [2] — Wille, letzter, letzte Willensverordnung, lat. ultima voluntas. Anordnung auf den Todesfall, so viel wie Testament, Vermächtniß; widerruflich u. abänderlich bis zum letzten Lebensaugenblicke. Wille, Joh. Georg, berühmter Kupferstecher, geb. 1715… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Wille — Wille: Das gemeingerm. Substantiv mhd. wille, ahd. willio, got. wilja, engl. will, schwed. vilja ist eine Bildung zu dem unter 2↑ wollen behandelten Verb. – Abl.: willig »gerne bereit, etwas zu tun« (mhd. willec, ahd. willig), dazu willigen… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Wille [2] — Wille, die, die hintersten Piekstücke zunächst an Hintersteven …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Wille [1] — Wille, im (gewöhnlichen) engern Sinne die Fähigkeit des Menschen, durch Zweckvorstellungen (Motive) sich zur Ausführung einer Handlung bestimmen zu lassen. Beim einzelnen Wollen lassen sich drei Hauptstadien unterscheiden: das Auftreten einer… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Wille [2] — Wille, 1) Johann Georg, Kupferstecher, geb. 5. Nov. 1715 auf der Obermühle am Dimsberg bei Gießen, gest. 5. April 1808 in Paris, lernte das Büchsenmacherhandwerk, wurde später in Straßburg mit dem Kupferstecher G. F. Schmidt bekannt, ging mit ihm …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Wille — Wille, Joh. Georg, Kupferstecher, geb. 5. Nov. 1715 zu Königsberg bei Gießen, lebte seit 1736 in Paris, gest. das. 7. April 1808; Stiche bes. nach Rigaud und holländ. Malern des 17. Jahrh …   Kleines Konversations-Lexikon

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