Arum


Arum

Arum (A. L., Aron, Aronstab), Pflanzengattung aus der Familie der Aroideen, zur Monocle Polyandrie L. mit einer am Grunde zusammengerollten, am Schlunde eingeschnürten, dann wieder erweiterten Blüthenscheide, die den Blüthenkolben umgibt; dieser trägt am Grunde zahlreiche Fruchtknoten mit bärtigen, sitzenden Narben u. ohne Blüthenhülle, darüber 2–3 Reihen fädig zugespitzte Drüsen, dann viele quer zweiklappige Staubbeutel, ebenfalls ohne Blüthenhülle, u. am Ende verdünnt sich der Kolben u. geht endlich in eine gefärbte Keule über, die zur Fruchtreife abfällt. Die Früchte sind ein- bis vielsamige Beeren. Arten: Gemeiner od. Gefleckter Aron (Arum maculatum), hat spießpfeilförmige Blätter, mit abwärts gebogenen Lappen, eine Blüthenscheide, die länger als die violette Keule, einen eiförmigen, fleischigen, nach unten faserigen Wurzelstock, der 2–3 langgestielte Blätter treibt, einen nicht langen Blüthenschaft u. eine weißlichgrüne Blüthenscheide; die Beeren sind scharlachroth, mit 1–5 harten, netzförmigen Samen. Diese Pflanze ist in Mitteleuropa an schattigen feuchten Stellen der Wälder gemein u. blüht vom Mai bis Juni; sie enthält einen reizendscharfen, schleimauflösenden, purgirenden, äußerlich Blasen ziehenden Saft, besonders ist aber dies mit der Wurzel der Fall, die als Aronswurzel (Magen- od. Zehrwurzel, Radix Ari s. Aronis) officinell ist; sie ist, wenn sie geschält worden, weiß u. diente gegen Brustleiden u. Verdauungsfehler. Durch Abdampfen des Saftes od. durch Digestionen der Wurzel mit Weingeist erhält man den Aronsextract (Extr. Ari) u. aus 1 Theil Aronswurzel u. 2 Theilen schwefelsaurem Kali das Aronspulver, das besonders gegen Verdauungsbeschwerde dient. Da das scharfe Prinzip der Wurzel sehr flüchtig ist, so ist sie durch Dörren, Kochen etc. leicht davon zu befreien u. gewährt dann ein gutes Nahrungsmittel, gibt auch dann durch Auswaschen, wenn sie zerstoßen werden, ein gutes Stärkemehl (Aronsstärke). Endlich kann sie auch zur Seife dienen. Andere Arten sind: Italienischer A. (A. italicum), mit spießförmigen Blättern, deren Lappen ausgesperrt u. geöhrt sind, einer Blüthenscheide, die innen weiß, außen blaßgrün ist, u. einer gelblichen Keule; in SEuropa, gleicht in der Wirkung den vorigen, die Wurzel (Rad. Ari gallici) kommt in Scheiben in den Handel. Der Schildförmige A. (A. Colocasia L.), hat einen knolligen, rundlichen Wurzelstock, schildförmige, herzpfeilförmige, ausgeschweifte Blätter, eine an der Spitze eingerollte Blüthenscheide u. einen oben pfriemigen Kolben; in Ägypten, Syrien, OIndien u. auf den Molukken, wo die getrocknete od. geröstete, wohlschmeckende u. nahrhafte Wurzel ein allgemeines Nahrungsmittel ist. Verwandte Arten mit einfachen, ganzrandigen Blättern, die ebenfalls heilsam sind u. als Nahrungsmittel dienen, sind: A. virginicum L. in NAmerika (die Wurzel, Kolben u. Beeren); A. mucronatum in OIndien, wo sie auch cultivirt wird (die Wurzel u. Stängel); A. macrorrhizon L. in Ceylon, auf den Molukken u. in OIndien (die armsdicke u. lange Wurzel); A. divaricatum L. in OIndien. Pfeilig spitze, fast dreilappige Blätter u. eine rundliche abgeplattete Wurzel hat der Dreilappige A. (A. trilobatum L.) auf Ceylon u. den Molukken; der Dreiblätterige A. (A. triphyllum) hat dagegen dreizählige Blätter, mit eirunden, zugespitzten Blättchen, wächst in NAmerika u. liefert eine Art Sago. Fünfzählige Blätter mit elliptischlänglichen stumpfen Blättchen hat der Fünfblätterige A. (A. pentaphyllum) in China u. OIndien; der Drachen-A. (A. Dracontium) in NAmerika u. China, hat fußförmige Blätter u. lanzettliche Blättchen u. eine grüne Blüthenscheide, die kürzer als der dünne Kolben ist. Der Punktirte A. (A. Dracunculus L.), s. Dracunculus. Alle diese Arten nützen wie der gemeine A.; mehrere sind auch bei uns Zierpflanzen. Verwandte Gattungen sind: Dracunculus, Arisarum, Caladium, Richardia, Calla, Dracontium u. Pothos, s.d. a.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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