Klapperschlange


Klapperschlange

Klapperschlange (Crotalus L.), Gattung der Schlangen aus der Familie der Giftschlangen u. der Unterfamilie der Grubenottern; haben am Bauche große Querschilder, auf dem breiten, platten, dreieckigen Kopfe vorn viele kleine Schilder, hinten Schuppen; an dem Schwanzende hornige, locker an einander befestigte Ringe, welche mit den Jahren sich zu vermehren scheinen u. beim Bewegen ein Geräusch, wie Erbsen in einergetrockneten Schweinsblase, od. wie das Ablaufen einer Taschenuhr, verursachen. Die K ist träg, frißt kleinere Säugethiere u. Vögel, welche sie nicht durch ihre Ausdünstung od. ihren Blick zur Flucht unfähig macht, wie man sonst glaubte, sondern nur durch ihren Anblick so erschreckt, daß sie die Kraft verlieren zu entfliehen; sie ist sehr giftig u. um so giftiger, je heißer ihr Vaterland ist, wird aber vom Schwein, dem ihr Biß nichts schadet, u. wenn der Kopf abgehauen ist, auch von Menschen verzehrt; der Geschmack des Fleisches wird mit dem des Aals verglichen; Biß schmerzt wenig, tödtet aber nach wenigen Stunden; Kauterien, welche starke Eiterung erzeugen, Ausschneiden der Wunde u. Aussaugen derselben, so wie die Klapperschlangenwurzel sind Mittel dagegen; sie schläft im Winter; fürchtet sich yor Eschenlaub u. ist in[554] den bewohnten Gegenden Amerikas fast ausgerottet. A) Eigentliche K.; Arten: a) Nordamerikanische K. (C. durissus, C. atricaudatus), 3 Ellen lang, zwei Reihen Platten auf der Schnauze, braun, Schwanz schwarz, Bauch gelblich weiß u. schwarztüpfelig, oben 20 schwarze Binden, im südlichen Nordamerika; b) Südamerikanische K. (Boiquira, C. horridus). so lang wie jene, auf der Schnauze zwei Äslattenreihen, auf dem Rücken 18 dunkle, gelblich gesäumte Rautenflecken in Bräunlichgrün, Schwanzspitze schwarz, Bauch gelblichweiß, in trockenen Gegenden Südamerikas; Giftzahn 1/2 Zoll lang, geht auch durch hartes Leder. B) Schwirrschlange (Caudisona Fitzinger. Crotalophotns Gray), unterschieden durch Schilder auf dem Kopfe; Art: Kleine Schwirrschlange (C. miliarus), 2 Fuß lang, röthlichgrau, 9 Kopfplatten, drei Reihen schwarzer, weißgesäumter Flecken; im südlichen Nordamerika; frißt Heuschrecken, Würmer etc., ist eben so giftig wie jene, aber nicht so leicht wahrnehmbar.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Klapperschlange — klappern: Das seit mhd. Zeit bezeugte Verb (mhd. klappern) gehört zu der unter ↑ klappen dargestellten Gruppe von Schallnachahmungen. Abl.: Klapper »Gerät oder Spielzeug zum Klappern« (15. Jh.); klapp‹e›rig »abgenutzt, alt; hinfällig« (16. Jh.).… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Klapperschlange — Je älter die Klapperschlangen, desto mehr Klappern. Daher klappern die Alten am meisten. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Die Klapperschlange verräth sich durch ihr eigenes Rascheln …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Klapperschlange — Klạp|per|schlan|ge 〈f. 19〉 1. 〈Zool.〉 Grubenotter der Gattungen Crotalus u. Sistrurus mit einer Rassel am Schwanzende, die aus der nicht abgestreiften, verhornten Haut des Schwanzendes entsteht, gefährliche Giftschlange 2. 〈fig.; umg.〉… …   Universal-Lexikon

  • Klapperschlange — Klạp·per·schlan·ge die; eine (Gift)Schlange, die mit ihrem Schwanz ein klapperndes Geräusch machen kann …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache