Senŏnes


Senŏnes

Senŏnes, mächtiges u. angesehenes Volk im Lugdunensischen Gallien; zwischen den Parisii, Carnutes, Ädui, Lingones u. Mandubii (also im j. Isle de France u. Champagne); ihre Hauptstadt war Agendicum, j. Sens. Um 400 v. Chr. wanderten sie nach Italien, vertrieben die Umbrer u. siedelten sich in dem Apennin u. am Adriatischen Meere zwischen Ravenna u. Ancona an, gründeten Sena u. drängten die Etrusker immer weiter nach Süden. Dadurch kamen sie seit 390 v. Chr. in Kriege mit den Römern, besiegten dieselben unter Brennus u. plünderten u. verwüsteten Rom, s.d. S. 278. Erst 283 v. Chr. siegten die Römer unter Dolabella über die S.u. vernichteten sie fast ganz u. colonisirten Sena. Seitdem verschwindet ihr Name in Italien, blos in Gallien blieb er noch, u. zu Cäsars Zeit waren die S. unter einem König im südlichen Theil der Champagne stark u. hatten großes Ansehen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.