Tripperseuche


Tripperseuche

Tripperseuche, eine von Ritter zuerst beschriebene, von Autenrieth, Eisenmann u. A. verfochtene, neuerer Zeit fast allgemein bezweifelte Art der Lustseuche (s. Syphilis), angeblich Folge eines in die Säfte aufgenommenen Tripperstoffes, soll in den behaarten Theilen heftiges Jucken, ohne Haarausfallen, an den Schamlefzen gutartige Warzen u. am Hodensacke kleine Körner, in der männlichen Harnröhre u. weiblichen Scheidenmündung, u. gleichzeitig od. etwas später auch an der innern Unterlippe u. der Wange, Trippergeschwüre, Schrun. den, Hautentzündungen u. Flecke, bisweilen Flechten machen; die Knochen sollten nur im Periosteum, an den Gelenkköpfen u. deren Nähe, mit geringen, lange aussetzenden Schmerzen u. merklicher Austreibung leiden, aber nie cariös werden. Die T. sollte unheilbar vorwärts schreiten, scheinbar ohne Verderbniß der Säfte u. sonstiges Übelbefinden, ohne Zerstörung der festen Theile, ohne Drüsenbeulen, ohne Affection der Nägel; zuletzt sollten größere od. kleinere Tuberkeln od. Speckgeschwülste an dem Halse u. an der Brust, so wie in u. an den Eingeweiden der Brust- u. Bauchhöhle entstehen u. andere bedeutende Zufälle, Schleichfieber mit Abmagerung, endlich zunehmende Schwäche, bis zum Hinsterben, zuweilen auch plötzlicher Tod eintreten.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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