Flußspath [1]


Flußspath [1]

Flußspath (Flußsaurer Kalk, Octaëdrisches Flußhaloid, Fluß), Mineral, krystallisirt vorzugsweise in Würfeln, doch auch in Octaëdern, Pyramidenwürfeln u.a. tesseralen Formen; die Krystalle sind einzeln aufgewachsen od. zu Drusen vereinigt; auch derb, in stänglichen u. körnigen Massen, zuweilen dicht u. erdig; vollkommen spaltbar nach den Flächen des Oetaëders, glasglänzend, sehr verschieden gefärbt, farblos u. wasserhell, weingelb, violblgu, honiggelb, smaragd- bis lauchgrün, zuweilen dichroitisch. Manche Arten phosphoresciren in der Hitze (Chlorophan), einige schon, wenn sie in der Hand erwärmt werden. Man unterscheidet: a) Gemeiner F. (späthiger Fluß, geformter F.), Krystalle deutlich ausgebildet, glasglänzend, auch stänglich abgesondert (stänglicher F.) od. schalig u. körnig (schaliger, körniger F.); b) Dichter F. (Dichter Fluß, Flußstein), ist derb, mit flachmuscheligem Bruch, durchscheinend, mattlicht gefärbt, zuweilen gefleckt u. geflammt, ähnlich dem Hornstein; c) Flußerde (Erdiger Fluß, Erdiger F.), erdig, gls Überzug od. auf eigenen Gängen. Ein Gemeng von blauem erdigem F. mit Mergel ist der Ratofkit vom Bache Rakowka im Gouvernement Moskau. Der F. kommt sehr häufig vor, in Begleitung mancher Erze auf Gängen, als Gemengtheil mancher Gebirgsarten, bes. einiger Granite u. Porphyre, zuweilen bildet er selbständige Gänge im Gebirg, so bei Freiberg, Stollberg am Harz u. Steinbach in Meiningen. Vorzugsweise wendet man den F. als Flußmittel bei metallurgischen Processen an, ferner zur Darstellung der Flußsäure (Flußspathsäure, Fluorwasserstoffsäure), zum Ätzen des Glases, zur Bereitung mancher Glasuren u. Email. In England werden die schön gefärbten Varietäten zu Vasen u. allerhand Ornamenten (Spar-ornaments) geschliffen. Die Vasa murrhina der Alten waren wahrscheinlich auch aus F. gefertigt.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Flußspath [2] — Flußspath (Pferdew.), s. Spath …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Flußspath — Flußspath, fluor oder flußsaurer Kalk, ein Mineral, kommt kristallisirt in Würfel und Octoeder vorzugsweise auf Erzgängen vor. Dichter F. findet sich auf besonderen mehre Lachter mächtigen Gängen am Harz, in Savoyen, in Norwegen, Schweden etc.;… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Flußspath, der — Der Flußspath, des es, plur. von mehrern Arten, die e, 1) Ein undurchsichtiger, weicher, blätteriger, schwerer Spath, welcher im Feuer allein nicht fließt, aber mit strengflüssigen Mineralien in einen dünnen Fluß geht; Bergfluß, Fluß. 2) Ein… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Fluŏr — (Fluorĭum, Fluorīne, abbr. F.), Atomgewicht od. Äquivalent = 237,5, ein farbloses Gas, von eigenthümlichem Geruche, bleicht Pflanzenfarben nicht, greift Glas nicht an u. zersetzt das Wasser schon bei gewöhnlicher Temperatur, es verbindet sich… …   Pierer's Universal-Lexikon

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  • Chrom [1] — Chrom (lat. Chromium, Min. u. Chem.), von Vauquelin 1797 u. fast gleichzeitig von Klaproth im rothen sibirischen Rothbleierz entdecktes Metall u. von Ersterem, wegen seiner vorwaltenden färbenden Eigenschaft, so benannt. Später in mehreren… …   Pierer's Universal-Lexikon

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  • Fluß [2] — Fluß (in and. Bed), 1) der flüssige Zustand von Natur fester Körper, vorzüglich geschmolzenes Metall, bes. Eisen, welches man auch nach dem Wiedererkalten F. nennt. Daher Flußmittel, ein Mittel, welche das leichtere Schmelzen strengflüssiger… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Fluor — Fluor, nicht metallischer einfacher Stoff, findet sich vorzüglich im Flußspath oder F.calcium. Bis jetzt scheitert der Versuch, das F. für sich darzustellen, hauptsächlich daran, daß es sich bei der Bereitung in Platingefäßen mit dem Platin, u.… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Mangan — (Mangănum, Manganesium), chemisches Zeichen Mn, Atomgewicht 345 (O = 100), 27,6 (H = 1), ein dem Eisen verwandtes Metall, welches als Superoxyd (als Braunstein, daher Braunsteinmetall), wegen seiner Brauchbarkeit zur Glasbereitung, längst bekannt …   Pierer's Universal-Lexikon