Schachtofen


Schachtofen

Schachtofen, Ofen zu hüttenmännischen Zwecken, welcher eine im Verhältniß zu seiner Weite beträchtliche Höhe besitzt. S. von mehr als 12 Fuß heißen Hohöfen, S. zwischen 12 u. 6 F. mittlere S, noch kleinere Krummöfen. Indem man das zu verarbeitende Material in die obere Öffnung (Gicht) einbringt u. das gewonnene Product unten aus einer seitlichen Abstichöffnung ausfließen läßt, od., wenn es fest ist, aus einer größeren Öffnung herauszieht, kann man sehr lange ununterbrochen fortarbeiten. Die Heizung geschieht entweder unten von der Seite durch ein Flammenfeuer od. durch mit dem Erz in die Gicht eingebrachtes Brennmaterial. Fast nur solche S., welche zum Rösten von Erzen gebraucht werden, sind ohne Gebläse (s.d.). Ist der Ofen unten (meist halbkugelig) verengt, so nennt man diesen Sammelplatz des geschmolzenen Metalles Tiegel. Durch einen an seiner tiefsten Stelle angebrachten Kanal kann er von Zeit zu Zeit entleert werden. Ist der Tiegel nach einer Seite verbreitert, so daß ein Theil davon unter dem Ofen hervorragt, aus welchem man das Metall schöpfen u. die Schlacken vorziehen kann, so heißt der Ofen Sumpfofen. Ist anstatt dessen nur eine kleine Grube neben dem Ofen, die durch einen Kanal in ihrem tiefsten Punkte mit dem Tiegel verbunden ist u. sich nach dem Princip der communicirenden Röhren mit Metall füllt, so heißt diese Auge. Ein S. mit zwei Augen wird Brillofen genannt; vgl. Hohofen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Schachtofen — Schachtofen, ein Ofen mit schachtartigem, oben offenem und mehr hohem als weitem Arbeitsraum (s. Tafel »Metallurgische Öfen« [Bd. 14] und die Artikel über die einzelnen Metalle mit zugehörigen Tafeln) …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schachtöfen — Schachtöfen, im Hüttenwesen Oefen von erheblich größerem Aufriß als der Grundriß, in denen die Gasströme sich in aufzeigender Richtung bewegen. Vgl. Oefen für technische Zwecke, Blei, Flußeisen, Kupfer, Roheisen. Beckert …   Lexikon der gesamten Technik

  • Schachtofen — Schachtofen, Ofen, dessen Innenraum schachtartig, d.h. oben offen und bedeutend höher als weit ist; dient zum Rösten und Schmelzen von Erzen und Hüttenprodukten. Der Höhe nach unterscheidet man Hochöfen (s. Eisenerzeugung) und Halbhoch oder… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Schachtofen — Schachtofenbatterie im Museumsdorf Rüdersdorf bei Berlin Ein Schachtofen ist ein Ofen mit der geometrischen Grundform eines auf seiner Grundfläche stehenden Hohlzylinders, Hohlkegels oder Hohlquaders, wobei die Höhe des Ofenkörpers seine Länge… …   Deutsch Wikipedia

  • Schachtofen — Schạcht|ofen 〈m. 4u〉 Schmelzofen, in den die Metalle od. Erze mit Koks oben eingebracht werden * * * Schạcht|ofen, der (Hüttenw.): metallurgischer Ofen mit einem schachtartigen Innenraum. * * * Schacht|ofen,   schachtförmiger metallurgischer… …   Universal-Lexikon

  • Schachtofen — Schạcht|ofen …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Schachtofen von Gödenstorf — Lage von Gödensdorf Krs. Harburg Der Schachtofen von Gödenstorf im Landkreis Harburg in Niedersachsen wurde 1935 beim Sandabbau entdeckt und durch das Helms Museum Hamburg ausgegraben. Im Jahre 1979 wurden südlich von Gödenstorf die Überreste des …   Deutsch Wikipedia

  • Blei — wird im wesentlichen nach drei verschiedenen Methoden gewonnen. Beim Röstreaktionsprozeß (Röstschmelzprozeß) wird Bleiglanz zur teilweisen Überführung in Bleioxyd und Bleisulfat bei Luftzutritt und 500–600° erhitzt (geröstet); darauf wird bei… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Ofen — Nach der Art der Erhitzung der Erze oder Hüttenprodukte in den Öfen unterscheidet man drei Klassen derselben: 1) Öfen, in denen der zu erhitzende Körper mit dem Brennstoff in unmittelbare Berührung kommt und eine besondere Feuerungsanlage fehlt;… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Silber — Bei der Gewinnung des Silbers auf trockenem Wege wird das Silber in Blei angesammelt (Verbleien). Reiche Silbererze, z.B. mit über 10 Proz. Silber, die Schwefel, Antimon oder Arsen enthalten, werden am einfachsten beim Abtreiben von Werkblei (s.… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon