Aëtios

Aëtios

Aëtios (Aëtius), 1) Sohn des Anthes, Fürst von Trözene, dessen Nachkommen Halikarnassos gründeten. 2) A. der Atheist, aus Cölesyrien, früher Goldschmied u. Arzt, später Diakon in Antiochien, wollte alle Glaubenswahrheiten mit mathemathischer Strenge beweisen, u. hielt als strenger Arianer Jesum blos für eine aus Nichts erschaffene vornehmste Creatur, wurde aber deshalb 330 abgesetzt. Kaiser Julian rief ihn aus dem Exil zurück, doch wurde er von Valens wieder verfolgt; st. 367. Seine Anhänger Aëtianer, s. u. Arius. 3) A., des Gaudentius Sohn, aus Mösien, lernte unter den kaiserlichen Garden u. als Geisel bei Alarich den Krieg, führte, um nach Honorius Tode (423) den Usurpator Johann auf dem Throne zu schützen. 60,000 Barbaren an die Alpen, erkannte aber nach Johanns Tode Valentinian III. als abendländischen Kaiser an, bekriegte u. tödtete 432 den Bonifacius, Comes von Afrika, den er um seinen Einfluß bei der Kaiserin beneidete, in der Schlacht, kehrte dann nach Rom zurück, zwang die Kaiserin ihn als Feldherrn des Reichs anzunehmen, u. verwaltete als solcher, in Gallien gegen die Barbaren fechtend, 20 Jahre das Reich klug u. kräftig; 451 besiegte er in den Catalaunischen Feldern den Attila, ward aber 452, durch Neider angeschwärzt, von Valentinian eigenhändig erstochen. 4) A. von Amida in Mesopotamien, griechisch-christlicher Arzt zu Constantinopel im 6. Jahrh., hinterließ 16 Bücher Compilationen aus älteren Ärzten, gedruckt (griechisch) nur die ersten 8 Bücher, Ven. 1534, lat. von Jan. Cornarius, Bas. 1542.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.


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