Hochdruck


Hochdruck

Hochdruck, 1) (Hochätzkunst, Hochlithographie, Typolithographie), die Kunst, in Stein so zu ätzen, daß die Zeichnung erhaben hervortritt, die Abgüsse von diesen werden dann zum Abdruck mit der Buchdruckerpresse gebraucht. Man zeichnet mit chemischer Dinte, wie beim Steindruck, auf einen reinen u. abgeschliffenen lithographischen Stein, macht dann mit Wachs einen Wall um die Zeichnung, gießt Scheidewasser in den umschlossenen Raum u. läßt dasselbe einige Stunden stehen, worauf, wenn man das Wasser abgießt, die mit chemischer Dinte überzogenen Stellen um 1/10 bis 1/5 Linien erhaben erscheinen. Auch überzieht man Stellen, welche dunkel bleiben sollen, mit Ätzgrund, nimmt die Stellen, die weiß bleiben sollen, mit der Radirnadel weg u. ätzt mit Scheidewasser wie oben. Durch Stereotypiren des Steins schafft man sich eine Platte aus Schriftzeug, hilft dieser durch Graviren nach u. druckt sie dann wie eine Stereotypenplatte ab. Man kann auch jeden Kupferstich, jeden alten Druck auf die Steinplatte bringen, indem man den Kupferstich etc. auf die Platte überdruckt (vgl. Homöographie). Die Fettigkeit der Schwärze gibt den damit bedeckten Stellen dieselbe Eigenschaft, wie den mit chemischer Dinte[422] überzogenen. A. Sennefelder erfand den H. noch vor der eigentlichen Lithographie um 1802 u. machte ihn in seinem Werke über Steindruck bekannt; später benutzten Duplat u. Susemühl, beide in Paris, um 1812 dies Verfahren, u. auch Eberhard in Darmstadt (um 1822) vervollkommnete die Erfindung; Letzter machte sie in einer Anweisung, Metallabgüsse von erhabenen u. tief geätzten Steinzeichnungen zu machen in der Anwendung des Zinks statt der Stein- u. Kupferplatten, Darmst. 1822, bekannt; F. Didot u. Motte lösten 1827 ein Patent auf dieses Verfahren, 1830 gaben Genoux u. Giradet ein noch mehr vervollkommtes Verfahren an, 1832 kam Bauerkeller in Wertheim u. 1834 auch Baumgärtner in Leipzig auf dasselbe Verfahren. Ganz ähnlich ist die Metallektypographie (Ektypographie), nur daß bei ihr Metallplatten statt des Steins u. anstatt der chemischen Tinte ein angemessener Ätzgrund genommen werden. Carré in Toul u. Danbour in Metz waren um 1825 u. 1834 Erfinder derselben; Pfnorr in Darmstadt hat es mit Glück nachgebildet, doch soll Susemühl in Paris dies Verfahren schon weit früher gekannt haben. Auch durch Galvanoplastik kann man erhabene Zeichnungen zum directen Abdruck erzeugen. 2) (Buchdr.), die durch die Presse erhaben hergestellten Zeilen u. Verzierungen, der Druck für Blinde zum Betasten; vgl. Freisauff v. Neudegg, Beschreibung der Ektypographie für Blinde, Wien 1837. 3) (Hochdruckdampf), in der Maschinenkunde der Dampfdruck, welcher mit mehr als einer Atmosphäre (14 Pfund auf 1 QZoll) wirkt, s.u. Dampfmaschine I. B) b).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Hochdruck — ist ein erhöhter Druck in einem Organ (Hypertonie), im umgangssprachlichen Gebrauch die Kurzform für Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) als Hochdruckverfahren eine besondere Form eines mechanischen Druckverfahrens meteorologisch ein… …   Deutsch Wikipedia

  • Hochdruck — (Prä ge , Relief , Blindendruck), die Kunst, mittels der Buchdruckpresse Schriften (wie beim Druck für Blinde), Ornamente etc. auf dem Papier erhaben darzustellen; dann auch der Druck mit Formen, auf denen sich die abzudruckende Schrift,… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Hochdruck — Hochdruck, s. Blindendruck; Hochdruckzylinder, s. Dampfmaschinen; Hochdruckmaschinen nannte man früher die mit ca. 5 Atmosphären und mehr arbeitenden Dampfmaschinen …   Lexikon der gesamten Technik

  • Hochdruck — Hochdruck, die Kunst, durch Druck Schriften etc. auf dem Papiere erhaben darzustellen (s. Reliefdruck); der Druck mit Typen oder Platten auf der Buchdruck , Steindruck , oder Buchbinderpresse …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Hochdruck — Hochdruck, s. Reliefdruck; die Kunst, erhabene Figuren in Stein zu ätzen. Die Figuren werden mit chem. Dinte gezeichnet, die Zeichnung mit Wachs umgeben und Scheidwasser in den umschlossenen Raum gegossen, wodurch die Zeichnung mit chemischer… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Hochdruck — Hoch|druck 〈m. 1; unz.〉 1. 〈Meteor.〉 hoher Luftdruck 2. 〈Tech.〉 Druck von Gasen u. Dämpfen über 100 bar bzw. 10 Pa 3. 〈Typ.〉 Druck(verfahren) mit erhabenen Lettern; Sy Buchdruck (2); →a. Flachdruck, Tiefdruck 4. 〈fig.; umg.〉 4.1 große Eile, viel… …   Universal-Lexikon

  • Hochdruck — Ho̲ch·druck der; nur Sg; 1 ein hoher Druck in einer Flüssigkeit: Im Behälter herrscht Hochdruck 2 Meteorologie; hoher Luftdruck || K : Hochdruckzone 3 meist mit / unter Hochdruck gespr; konzentriert und mit großer Eile <etwas mit Hochdruck… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Hochdruck — der Hochdruck (Aufbaustufe) erhöhter Druck in den Schlagadern Synonyme: Bluthochdruck, hoher Blutdruck, Hypertonie Beispiel: Heutzutage leiden viele Leute an Hochdruck, weil sie keinen Wert auf eine gesunde Lebensweise legen …   Extremes Deutsch

  • Hochdruck — 1. (Med.): Bluthochdruck, hoher Blutdruck, Hypertonie. 2. Betriebsamkeit, Geschäftigkeit, Hektik, Leben, [reges] Treiben, Trubel, Wirbel; (ugs.): [Hoch]betrieb, Remmidemmi, Rummel; (regional): Begängnis. * * * Hochdruck,der:⇨Anstrengung(1)… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Hochdruck — didelis slėgis statusas T sritis Standartizacija ir metrologija apibrėžtis Slėgis, didesnis kaip 10³ MPa. atitikmenys: angl. high pressure vok. Hochdruck, m rus. высокое давление, n pranc. haute pression, f …   Penkiakalbis aiškinamasis metrologijos terminų žodynas


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