Honigthau

Honigthau

Honigthau, wasserhelle, klebrige, gelbliche, süß schmeckende u. unangenehm riechende Substanz, welche Blätter u. Stängel vieler Gewächse, bes. der Halmfrüchte, überzieht, u. wenn diese nicht durch baldigen Regen abgewaschen werden, eine mangelhafte Ernährung der Pflanze u. eine unvollkommene Körnerbildung, namentlich beim Roggen, zur Folge hat. Es ist der ausgeschwitzte, zuckerhaltige Saft der Gewächse, besteht aus Schleimzucker u. einer stickstoffhaltigen Substanz u. entsteht meist nach einem plötzlichen Temperaturwechsel von großer Hitze zur Kälte, nachdem sich die Poren der Pflanzen verstopfen, wenn nicht ein starker Regen den H. bald abwäscht, ehe er in Gährung geräth u. sich in kleine, dem Mehlthau ähnliche Gebilde zersetzt. Die Süßigkeit des H-s lockt u. nährt eine große Menge Blattläuse, die man deshalb (fälschlich) nicht als eine Folge, sondern als Ursache des H-es betrachtet hat.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Honigthau — Honigthau; seine Entstehung schreibt man hauptsächlich Insekten u. besonders den Blattläusen (Aphis) u. den Schildläusen (Coccus) zu, indem diese Insekten aus den trompetenförmigen Organen ihres Hinterleibs einen süßen Saft auf den von ihnen… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Honigthau — ist nicht der beste. – Sprichwörtergarten, 164. Er ist ein für das Gedeihen der Pflanzen sehr schädlicher Thau. Verderbend, wie er, sind die Schmeichler …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Honigthau, der — Der Honigthau, des es, plur. inus. ein kleberiger süßer aber dabey scharfer brennender Saft, welcher zu manchen Zeiten im Sommer auf den Pflanzen und Blumen angetroffen wird, und dieselben verdirbt. Ehedem glaubte man, daß dieser Saft wie ein… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Lufthonig, das — Das Lufthonig, des es, plur. car. in einigen Gegenden, der Honigthau, welcher in andern Himmelhonig genannt wird. S. Honigthau …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Mannit — (Mannazucker), C12H14O12 = 2(C6H6O5 + HO), eine Zuckerart, welche sich in der Manna (s.d. 1) findet; außerdem kommt er im ausgeschwitzten Safte der Kirsch u. Äpfelbäume, des Hedysarum alhagi, aus dessen Blättern er bei großer Hitze hervorquillt… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Befallen — Befallen, ist eine Krankheit der landwirthschaftlichen Pflanzen, wodurch deren Fruchtertrag sehr benachtheiligt wird. Am meisten. u. stärksten sind Erbsen, Hafer, Weizen, Roggen, Gerste, Kartoffeln, Möhren, Weinstöcke u. Obstbäume dem B.… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Blattlaus, die — Die Blattlaus, plur. die läuse, eine Art kleiner Fliegen mit halb harten Flügeldecken, welche sich in großer Menge auf den Blättern mancher Pflanzen und Bäume aufhält, die sie aussaugt, und deren Farbe sie annimmt; Aphis, L. Sie wird auch die… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Mehlthau, der — Der Mêhlthau, des es, plur. doch nur von dessen Erscheinung zu mehrern Zeiten, die e, in der Landwirthschaft, eine weißliche Materie, welche sich wie ein Mehl oder weißer Staub auf die Gewächse legt, dieselben verdirbt, und, wie man lange… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Sonnenregen, der — Der Sonnenrêgen, des s, plur. ut nom. sing. ein schwacher Regen, bey oder nach welchem die Sonne scheinet, und welcher nach einiger Meinung den Honigthau hervorbringen soll …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Thau, der — Der Thau, des es, plur. doch nur zuweilen von mehrern Arten, die e, eine Menge zarter wässeriger Dünste, welche, sowohl in Abwesenheit der Sonne, als auch des Morgens bald nach ihrem Aufgange, unvermerkt aus dem Dunstkreise auf die Oberfläche der …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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