Lunte


Lunte

Lunte, 1) ein aus drei Fäden gut gereinigten Hanfwergs nicht zu lose gedrehter 1/21/2 Zoll starker Strick, welcher bei derpreußischen Artillerie mit einer Auflösung von essigsaurem Bleioxyd in Flußwasser getränkt wird; bei der österreichischen Artillerie wird sie in einer Lauge von salpetersaurem Blei, bei der sächsischen Artillerie aber (nach des französischen Generals Mentilliére Erfindung) in essigsauerm Bleioxyd, mit 32: 1 siedendem Wasser aufgelöst u. 10 Minuten lang gekocht. Sie dient, um einen 2–21/2 Fuß langen hölzernen Stock, Luntenstock, gewunden u. in eine oben befindliche Gabel geklemmt zum Glimmen gebracht, nachdem die Asche von ihr abgeklopft ist, zum Losbrennen des Geschützes. Sie muß sich leicht anzünden lassen, selbst bei feuchter Witterung still u. gleichmäßig fortbrennen u. dabei eine feste u. spitze Kohle bilden. Damit sie für diesen Zweck auch im Regenwetter brauchbar bleibt u. nicht verlöscht, wird sie in ein, an der Seite durchbohrtes, drei Zoll weites Rohr von Blech geschoben, das auch die übrigen, nicht brennenden Theile der L. mit umschließt u. deshalb Luntenverberger heißt. Eine andere, kleinere Art Luntenverberger aus Messingblech, 9 Zoll lang u. 3/4 Zoll weit, führen bei einigen Armeen die Grenadiere auf den Patrontaschen, wegen ihrer ehemaligen Bestimmung, Hand-granaten zu werfen u. selbige mit der L. anzuzünden; 2) so v.w. Lunde.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Lunte — riechen: merken, daß Gefahr im Verzug ist. Die seit 1585 belegte Redensart geht auf Lunte = brennender Docht, dann Zündschnur zurück. Vor der Einführung der Steinschlösser und Zündhütchen benutzte man Lunten zum Entzünden der Geschützladungen.… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Lunte — Lunte: Das seit dem Anfang des 16. Jh.s bezeugte Substantiv bedeutete zunächst »Lappen, Fetzen«. Bereits im 16. Jh. wurde es im Sinne von »Lampendocht« und »Zündschnur« gebräuchlich. Als Bezeichnung für »Lampendocht« ist »Lunte« heute veraltet.… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Lunte — (f.) bezeichnet eine langsam glimmende Zündschnur in der Jägersprache den Schwanz von Fuchs und Marder. ein Vorgarn beim Spinnen. [ugs.] eine Haschischzigarette. Lunte ist der Familienname von Gottschalck Lunte († 1532), Lübecker Bürgermeister …   Deutsch Wikipedia

  • Lunte — Sf std. alt. (15. Jh.) Stammwort. Bezeugt als Lampendocht, Zündschnur, Lumpen . Die heutige Wendung die Lunte riechen stammt von den stark riechenden Zündschnüren, die damit schon vor der Zündung wahrgenommen werden konnten. Der waidmännische… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Lunte — Lunte, ein lose gedrehter, 10–15 mm starker Strick aus Flachs oder Hanfwerg, der mit einer Auflösung von essigsaurem Blei oder chromsaurem Kali (sogen. Zigarrenlunte der Taschenfeuerzeuge) in Flußwasser getränkt ist und langsam glimmt. Die um… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Lunte — Lunte, mit Bleizuckerlösung getränkter Hanfstrick, glimmt langsam mit fester Kohle fort, wurde um einen Stock (Luntenspieß, Feuerfahne) gewickelt und in einer Klemme aus zwei Armen unterhalb seiner Spitze befestigt; bis ins 17. Jahrh. war die L.… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Lunte — Lunte, ein stark gedrehter Faden aus Flachswerg, in Lauge von Buchenasche und ungelöschtem Kalk gekocht und an der Sonne getrocknet, glimmt angezündet langsam fort u. dient zum Losbrennen von Pulverladungen und Kunstfeuern. L.nschloß, das, an der …   Herders Conversations-Lexikon

  • Lunte — Lunte,die:1.⇨Schwanz(1)–2.L.riechen:a)⇨merken(1)–b)⇨Verdacht(2) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Lunte — Zündschnur; Lulle (umgangssprachlich); Sargnagel (derb); Kippe (umgangssprachlich); Glimmstängel (umgangssprachlich); Zigarette; Ziese ( …   Universal-Lexikon

  • Lunte — wer »Lunte riecht«, der schöpft Verdacht. »Dit macht Lunte!«, das macht Spaß …   Berlinerische Deutsch Wörterbuch