Schneidebank


Schneidebank

Schneidebank, 1) Tisch, welcher auf drei Seiten mit erhabenen Rande umgeben u. worauf ein Schneidemesser in einem Gewinde befestiget ist, womit der Talg in kleine Stücken zerschnitten wird; 2) (Schnitzbank), Arbeitsbank der Holzarbeiter; nahe an dem einen Ende geht mitten durch dir Bank ein Holz (Fußholz), das um einen Bolzen beweglich ist, unten einen Fußtritt u. oben einen Kopf (Presser) mit einer vorspringenden Ecke hat. Schiebt man das Fußholz zurück, indem man mit einem Fuße auf den Fußtritt stemmt, so neigt sich der Kopf vorwärts u. die vorspringende Ecke desselben drückt auf die Bank. Ein unter den Kopf gelegtes Stück Holz kann also dadurch sehr fest gehalten u. von dem auf der Bank reitend sitzenden Arbeiter bequem mit dem Schneidemesser bearbeitet werden; 3) Gestell, auf welches geblümte lancirte Zeuge gespannt werden, um die auf der linken Seite zwischen den Blumen lose liegenden Fäden mit einer Schere abschneiden zu können. Das Gestell hat vier Füße u. bildet oben einen Rahmen,[347] wovon zwei gegenüber stehende Seiten Walzen sind. Jede Walze hat an dem einen Ende ein Kreuz, um sie herumdrehen, u. am anderen Ende ein Sperrrad, um sie feststellen zu können. Das Zeug wird zuerst auf die eine Seite gewickelt, an die andere Walze gespannt, u. wenn von dem ausgespannten Stücke Zeug die Fäden abgeschnitten sind, so wird es auf die andere Walze gewunden; 4) (Landw.), so v.w. Häckerlingsbank.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Schneidebank — * Ja, op r Schniedbank. (Ostpreuss.) Zu ergänzen: kannst du wirken. Wenn man einer Person die Kunst des Wirkens nicht zutraut. Die Kinder nämlich an der Schneidebank »wirken«, indem sie einen Span zwischen Oberbret und Bank durchschieben und mit… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Schneidebank, die — Die Schneidebank, plur. die bänke, eine Bank mit einem beweglichen Tritte, Holz mit dem Schneidemesser oder Schnittmesser darauf zu bearbeiten; dergleichen Schneidebänke die Böttcher u.s.f. haben. Die Schnitzbank …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schneidemesser — Schneidemesser, 1) (Schnittmesser), Werkzeug der Holzarbeiter, aus einer einschneidigen Klinge, an beiden Seiten mit rechtwinklig aufgesetzten Handgriffen bestehend, um schwächere Holzstücken rund zu schneiden, zu welchem Ende man sie in den Kopf …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schnitzbank — Schnitzbank, so v.w. Schneidebank 2) …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Stückelbank — Stückelbank, so v.w. Schneidebank …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Böttcher — Böttcher, zünftige Handwerker, die 3–5 Jahr lernen, auf der Wanderschaft Geschenk erhalten u. als Meisterstück eine Kufe, ein Faß u. einen Eimer machen. Sie sind entweder Groß (Schwarz) binder (in Weinländern Küfer), welche nur große Bottiche u.… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Faß [1] — Faß (hierzu Tafel »Faßfabrikationsmaschinen«), in der Mitte etwas bauchiges Gefäß aus Holz oder zylindrisch aus Eisenblech. Ein hölzernes F. besteht aus Dauben (Taufeln, Faßstäbe), langen, flachen. etwas gebogenen Holzstücken und Böden, die das F …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Böttcherei — Böttcherei, Herstellung von Fässern, Tonnen, Eimern, Bottichen. Sie erfolgt heute zum großen Teil durch Maschinen (s. Faßfabrikation, maschinelle). Die Arbeit des Böttchers besteht in der Herstellung der Böden, der Dauben und der Reifen zum… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Krummeisen, das — Das Krummeisen, des s, plur. ut nom. sing. bey den Böttchern, ein krumm gebogenes Schnitzmesser, die Faßdauben auf der Schneidebank damit auszuziehen, oder auszuschneiden …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schneidemesser, das — Das Schneidemêsser, des s, plur. ut nom. sing. eigentlich ein Messer zum Schneiden; da es aber ein Pleonasmus seyn würde, weil ein Messer ohnehin schon zum Schneiden bestimmt ist. In engerer Bedeutung wird das Messer mit zwey Handhaben, dessen… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart