Zügellosigkeit


Zügellosigkeit

Zügellosigkeit, das rücksichtslose, mit Nichtachtung der durch Gesetz, Sitte u. gesellschaftliche Verhältnisse gebotenen Beschränkungen des eigenen Willens verbundene Streben nach Befriedigung unserer Lüfte u. Begierden. Wenn die Ausgelassenheit mehr einseitig, durch übermächtige Aufregung eines Affectes entstanden, vorübergehend u. nicht absichtlich verletzend ist, so tritt die Z. in ihrem Streben nach völliger Ungebundenheit geflissentlich die gesetzliche Ordnung mit Füßen, ist mehr in einer allgemeinen fehlerhaften Richtung des Charakters begründet u. verhält sich zu jener wie Leidenschaft zum Affect.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Zügellosigkeit — ↑Athesmie, ↑Dissolution, ↑Libertinage, ↑Libertinismus …   Das große Fremdwörterbuch

  • Zügellosigkeit — Zü|gel|lo|sig|keit 〈f.; ; unz.; fig.〉 zügelloses Wesen od. Verhalten * * * Zü|gel|lo|sig|keit, die; , en: das Zügellossein. * * * Zü|gel|lo|sig|keit, die; , en: das Zügellossein …   Universal-Lexikon

  • Zügellosigkeit — Zü|gel|lo|sig|keit …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Zügellosigkeit, die — Die Zügellosigkeit, plur. die en, in der figürlichen Bedeutung des vorigen. 1. Die Eigenschaft, da etwas zügellos, der nöthigen Einschränkung beraubt ist; ohne Plural. Die Zügellosigkeit der Sitten. 2. Eine zügellose Handlung; mit dem Plurale.… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Dissolution — Dis|so|lu|ti|on 〈f. 20〉 1. Auflösung, Trennung 2. 〈fig.〉 Zügellosigkeit [<lat. dissolutio „Auflösung, Ungebundenheit, Leichtsinn“] * * * Dissolution   [lateinisch »Auflösung«, »Zügellosigkeit«] die, / en, physikalische Chemie: Übergang… …   Universal-Lexikon

  • Libertinage — Li|ber|ti|na|ge 〈[ ʒə] f. 19; unz.; veraltet〉 Liederlichkeit, Leichtfertigkeit, Zügellosigkeit [frz., „ausschweifendes Leben“; → Libertin] * * * Li|ber|ti|na|ge [… na:ʒə , österr. meist: …ʃ], die; , n [frz. libertinage] (bildungsspr.): moralische …   Universal-Lexikon

  • Schrankenlosigkeit — Schrạn|ken|lo|sig|keit 〈f. 20; unz.〉 Unbeherrschtheit, Zügellosigkeit ● die Schrankenlosigkeit seines Begehrens * * * Schrạn|ken|lo|sig|keit, die; : ↑ schrankenloses (1 a) Wesen; Zügellosigkeit. * * * Schrạn|ken|lo|sig|keit, die; :… …   Universal-Lexikon

  • Baden [2] — Baden, Großherzogthum (Geschichte). I. Älteste Geschichte. Das jetzige Baden wurde nach der Völkerwanderung von Alemannen bewohnt, welche in der letzten Hälfte des 4. Jahrh. n.Chr. die Römer aus den von denselben gegründeten Colonien vertrieben u …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Frankreich [3] — Frankreich (Gesch.). I. Vom Anfang der geschichtlichen Zeit bis zum Ende der römischen Herrschaft, 486 v. Chr. Die ersten Bewohner des heutigen F s waren Celten (s.d.), von den Römern Gallier genannt; nur einzelne Theile des Landes wurden zu der… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Ausschweifung — zügelloses Leben; Ausschweifungen * * * Aus|schwei|fung [ au̮sʃvai̮fʊŋ], die; , en: als zügellos angesehene Hingabe an bestimmte Genüsse: nächtliche, sexuelle Ausschweifungen; das sind Ausschweifungen einer zu regen Fantasie. Syn.: ↑ Exzess, ↑… …   Universal-Lexikon


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