Lilienorden

Lilienorden

Lilienorden, 1) Orden der Sta. Maria von der Lilie, gestiftet 1048 vom König Garcias VI. von Navarra, nach Genesung von einer schweren Krankheit, für 30 Ritter des ältesten Adels von Biscaya, Castilien u. Navarra, welche sich zur Erhaltung der Krone von Navarra u. zur Bekämpfung der Mauern verpflichteten. Nachdem der Orden erloschen war, stiftete zu dessen Gedächtniß der Infant Ferdinand von Castilien zu Anfang des 15. Jahrh. den Orden vom Liliengefäß od. de la Terraza, der aber bald wieder einging. 2) Ordre pour la fidelité, od. Orden der Lilie von Gent, bestand aus einer silbernen Lilie u. wurde an weißem Band mit irisblauen Rändern getragen. Als der Graf von Artois, nachmals Karl X., sich 1814 noch während des Kriegs in Frankreich zeigte, war der L. ein Parteizeichen, welches die Anhänger der Bourbons trugen. 1815 während des Aufenthalts [378] Louis XVIII. zu Gent, wurde dieses Abzeichen in einen Verdienstorden für diejenigen verwandelt, welche den Bourbonen während der Hundert Tage treu blieben, zuletzt sogar an Gymnasiasten, bes. altadeliger Abkunft, als Prämie für Fleiß vertheilt. Er wurde 1831 durch eine Ordonnanz aufgehoben, doch hat ihn Karl X. noch in Prag vergeben. 3) (Ordo Lilii Pontificius), gestiftet 1546 vom Papst Paul III. zu Beschützung des Patrimonium Petri in Toscana gegen die Türken, mit 50 Rittern, welche 25,000 Scudi erlegten u. zu Participantes u. Commensales ernannt wurden u. eine jährliche Pension von 3000 Scudi u. mancherlei Privilegien erhielten. Ordenszeichen: eine goldne Medaille, auf einer Seite mit dem Bild der Heiligen Jungfrau zur Eiche, auf der andern eine blaue Lilie im goldnen Feld u. die Schrift: Pauli III. Pont. Max. Munus.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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