Stirnhöhle


Stirnhöhle

Stirnhöhle (Sinus frontalis), s.u. Nase S. 685. Die Stirnhöhle nimmt wegen der gemeinschaftlichen Auskleidung derselben durch die Schneidersche Haut gewöhnlich auch Theil an den Krankheiten der Nasenhöhle, bes. bei Schnupfen, seltener leidet sie für sich allein. Außerdem ist die wichtigste Affection derselben die Stirnhöhlenentzündung (Inflammatio sinus frontalis), Entzündung der die Stirnhöhle bekleidenden Haut; sie kommt selten für sich allein vor, meist leiden andere Ausbreitungen der Schneiderschen Haut mit, am häufigsten noch nach äußerer Gewaltthätigkeit u. entsteht sonst gewöhnlich nach unterdrücktem Schnupfen; charakterisirt sich durch anhaltenden Schmerz über den Augenbrauen, welcher bei acuter Entzündung heftig brennend, stechend, zumal beim Bücken, u. mit Fieber verbunden ist. Sie erfordert allgemeine u. örtliche Blutentziehungen. Bei der chronischen Entzündung ist der Schmerz gering, stumpf, drückend, das Fieber unbedeutend od. fehlt ganz; hierher gehört der venerische, rheumatische, gichtische Stirnhöhlenschmerz. Folge der Stirnhöhlenentzündung ist die selten vorkommende Stirnhöhleneiterung, bei welcher der Eiter abfließt, wenn der Weg nach der Nase offen ist, wenn dies nicht Statt findet, er die Stirnhöhle ausdehnt u. durch Anfressung der Knochen einen Weg nach außen od. innen sich bahnt. Um dem zuvorzukommen, muß die Höhle von der Stirn aus angebohrt werden. Selten zeigen sich auch in der Stirnhöhlenhaut Stirnhöhlenpolypen, welche sich durch Stockschnupfen, Schmerzen, u. wenn sie an Größe bedeutend zunehmen, durch Austreibung der Stirngegend verrathen u. in schlimmen Fällen Eiterung u. Knochenfraß mit Zerstörung der Knochenwände[842] u. selbst den Tod zur Folge haben können. Zur Heilung muß die Stirngegend trepanirt u. der Polyp durch Abdrehen entfernt od. durch Glüheisen zerstört werden.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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