Kessel [1]


Kessel [1]

Kessel, 1) geräumiges u. tiefes, meist rundes Gefäß, mit gewölbtem Boden, von Metall, gewöhnlich ohne Füße, von verschiedener Größe u. zu verschiedenem Gebrauche, daher Blei-, Brau-, Fisch-, Färbe-, Schwenk-, Weihkessel, Windkessel etc.; die Dampfkessel (vgl. Dampfmaschine II. B) werden in besonderen Kesselschmieden aus gewalztem Eisenblech zusammengenietet; über ihre Stärke, Aufstellung u. die nöthigen Sicherheitsmaßregeln bestehen in den meisten Ländern gesetzliche Vorschriften; auch werden sie vor dem Gebrauch einer Kesselprobe unterworfen. Die meisten K. sind von Kupferblech u. bekommen ihre erste Gestalt in den Kupferhammerwerken od. Kesselschlägerhütten; viereckige Kupferplatten werden erst rund, darauf am Rande dünner geschmiedet u. nun 6–16 Stück zu einem 1–10 Centner schweren Packete in ein größeres Blech eingeschlagen u. zusammen mit einem großen, spitz zulaufenden u. in eine runde Bahn endenden Hammer auf einem, eine etwas schräge Fläche bildenden Ambose zugleich in Kesselform ausgeschmiedet; diese werden von einander abgelöst, am oberen Rande rund beschnitten u. als Kesselschalen an die Kupferschmiede od. Kesseler verkauft, welche ihre Gestalt nach Bedarf noch abändern, den obern Rand (Stempe) gewöhnlich über einen eisernen Ring umlegen u. mit Henkeln versehen. Der obere eingezogene Theil des K-s (Hals) wird auf einer starken eisernen Stange, die in einem rechten Winkel gebogen ist (Halsambos), ausgeschmiedet. K., deren Rand nicht um einen Ring gelegt ist, nennt man Spitzkessel. Die messingenen K. werden von den Kesselschlägern aus dem Groben gearbeitet u. erhalten ihre gehörige Form von den Kesselbereitern; 2) überhaupt kesselartige Vertiefung; 3) bes. Gebirgskessel, Vertiefung einer Gegend, von mehren Gebirgen umschlossen; 4) Vertiefung auf der Erde, dadurch entstanden, daß eine darunter befindliche Grube zusammenbricht (der Boden kesselt sich); 5) der leere, vertiefte Raum innerhalb des Wallgangs eines Bollwerks, s.d. 2); 6) so v.w. Mörserbatterie; 7) die Vertiefung, worin mehre wilde Schweine bei einander gelegen haben; 8) Dickicht, worin sich das eingestellte Wild verbirgt; 9) Hamen ohne Stiel zum Krebsfangen; 10) so v.w. Kesselloch; 11) Bucht an Flußufern; 12) ein in das Billardtuch eingenähter Halbkreis, s.u. Billard I; 12) bei den Tataren so v.w. Familie.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Kessel — Sm std. (8. Jh.), mhd. kezzel, ahd. kezzil, as. ketil Entlehnung. Führen mit gt. katil , anord. ketill, ae. cytel, afr. zetel auf g. * katila m. Kessel , das früh aus l. catīllus, Diminutiv zu catīnus Schüssel , entlehnt ist. Partikelableitung:… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Kessel — [Wichtig (Rating 3200 5600)] Bsp.: • Carol trägt einen Kessel …   Deutsch Wörterbuch

  • Kessel [2] — Kessel, 1) Theodor van K., geb. in Holland 1620, Kupferstecher. 2) Johann van, geb. 1626 in Antwerpen; Schüler David Terniers, Vögel , Insecten , Blumen u. Pflanzenzenmaler. 3) Johann, Sohn des Vorigen, geb. 1644 in Antwerpen; malte seit 1680… …   Pierer's Universal-Lexikon