Excremente


Excremente

Excremente (Excrete, v. lat.), 1) die durch die Ausscheidungsorgane des thierischen Körpers aus demselben als unbrauchbar abgesonderten Stoffe; es sind theils die in rückbildender Umwandlung begriffenen Bestandtheile der Gewebe u. Flüssigkeiten, theils die mit den Nahrungsmitteln in den Körper gelangten Substanzen, welche an der Stoffmetamorphose keinen Antheil genommen haben, d.h. unverdaut geblieben sind. Hauptsächlich versteht man unter E. 2) die durch den Darmkanal abgegangenen, durch den thierischen Stoffwechsel umgewandelten od. unverdaut gebliebenen Nahrungsmittel. Ein gesunder erwachsener Mensch eutleert nach gemischter Kost in 24 Stunden etwa 120–180 Gramm E. von brauner Farbe u. halbfester Consistenz. Die E. enthalten ungefähr 1/4 ihres Gewichts feste Bestandtheile u. 3/4 Wasser; ihr unangenehmer Geruch rührt von ihnen beigemengten in Zersetzung übergegangenen Gallenbestandtheilen her. Die Zusammensetzung der E. ist wesentlich verschieden je nach der Art der genossenen Nahrung, aber ihre Untersuchung ist mit so viel Schwierigkeiten u. Unannehmlichkeiten verbunden, daß die E. nur selten Gegenstand der chemischen Analyse geworden sind. Unter den festen Bestandtheilen der E. finden sich bes. Muskelfasern, Sehnenfasern, Knochenreste, Haare, Federn, Hornsubstanz, Gallensubstanz, Fett, Holzfasern, Stärke, alle Arten Pflanzenzellen, unorganische Salze etc. Die Farbe der E. ist gelbbraun bis dunkelbraun, auch grün od. schwarz. Die Färbung der grünen E. hat man früher der Gegenwart von Gallenfarbstoff zugeschrieben. indessen ist dieser nur in den wenigsten Fällen die Veranlassung dazu. Grasgrün gefärbte Stuhlgänge sind bes. nach Gebrauch von Calomel zu beobachten u. erhalten ihre Farbe vom Schwefelquecksilber, welches für sich zwar schwarz erscheint, aber mit thierischen Stoffen gemengt, denselben eine grüne Färbung ertheilt; in den grünen, oft schwarzen E-n nach dem Gebrauch von Eisenpräparaten od. eisenhaltigen Mineralwassern, rührt die Färbung von Schwefeleisen her; schwarz erscheinen die E. nach dem Gebrauch von Koble od. Heidelbeeren, lichtgelb nach Gummigutt, Safran od. Rheum. In Krankheiten ändern. sich die physikalischen u. chemischen Eigenschaften der E. wesentlich. Von den E-n der Thiere stimmen die der Säugethiere im Allgemeinen mit denen der Menschen überein, die der Vögel enthalten viel Harnsäure, sie werden, wie bei vielen andern Thieren, mit den Nierenexcretionen gemengt, durch die sogenannte Kloake entleert. Auch die E. der Schlangen sind reich an Harnsäure; die der Insecten enthalten Rudimente der Gewebstheile, die ihnen zur Nahrung dienten u. Harnbestandtheile, bes. die der Schmetterlinge viel harnsaures Alkali. Für die Landwirthschaft sind die E. als Düngemittel von der größten Bedeutung, bes. der Guano (s.d.), vgl. Poudrette; auch in der Technik finden sie Anwendung, bes. der Kuhkoth zum Beizen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Excremente — Excremente, lat., Auswurfstoffe, welche durch den Stoffumsatz im thierischen Organismus als ferner unbrauchbar aus dem Blute und den Geweben abgeschieden u. durch die Ausscheidungsorgane aus dem Körper entfernt werden; im engern Sinne die… …   Herders Conversations-Lexikon

  • fecal — FECÁL fecală (fecali, fecale) Care se referă la materiile fecale. ♢ Materii (sau substanţe) fecale rămăşiţe rezultate din digestie; excremente. /<fr. fécal Trimis de siveco, 22.08.2004. Sursa: NODEX  FECÁL, Ă adj. Materii fecale (şi s.f.pl.) …   Dicționar Român

  • coprofag — COPROFÁG, Ă. coprofagi, ge, adj. (Despre animale) Care se hrăneşte cu excremente. – Din fr. coprophage. Trimis de IoanSoleriu, 23.05.2004. Sursa: DEX 98  COPROFÁG adj., s. (med.) scatofag. Trimis de siveco, 05.08.2004. Sursa: Sinonime  coprofág …   Dicționar Român

  • coprofilie — COPROFILÍE, coprofilii, s.f. (med.) Stare morbidă în care bolnavul se complace în murdărie de excremente. – Din fr. coprophilie. Trimis de IoanSoleriu, 13.09.2007. Sursa: DEX 98  COPROFILÍE s.f. (med.) Stare morbidă în care bolnavul se complace… …   Dicționar Român

  • excrement — EXCREMÉNT, excremente, s.n. Materie rezultată din digestie, care se elimină din corpul oamenilor sau al animalelor prin anus; (materii) fecale; murdărie (1). – Din fr. excrément, lat. excrementum. Trimis de ionel bufu, 16.06.2004. Sursa: DEX 98  …   Dicționar Român

  • Die Bildung der Ackererde durch die Tätigkeit der Würmer — Titelseite der englischen Erstausgabe Die Bildung der Ackererde durch die Tätigkeit der Würmer (im englischen Original: The Formation of Vegetable Mould through the Action of Worms, with Observations on their Habits, teilweise verwendete Kurzform …   Deutsch Wikipedia

  • Streu [1] — Streu, 1) die Vegetabilien od. Mineralien, welche in den Viehställen dem Vieh untergestreut werden, um ihm ein weiches u. trockenes Lager zu bereiten, um die flüssigen u. festen Excremente desselben aufzufangen u. letztere zur bessern Gährung,… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Abtritt — Abtritt, 1) (Jagdw.), Gras, welches in den Tritten des Hirsches durchschnitten, in denen des Thieres nur gequetscht erscheint; 2) (Bauk.), Ort, wohin man sich zurückzieht, um seine Nothdurft zu verrichten. Am Besten wird der A. in Gebäuden an der …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Falkenjagd — (Beitze), I. das Fangen des kleinern Wilds (große [hohe] Beitze), als Hafen, Enten u. vorzüglich Reiher, durch Edelfalken, ferner der Rebhühner, Wachteln, Drosseln, Lerchen, Finken, durch dieselben od. kleinere Falken, Habichte od. Sperber… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Graecum album — Graecum album, die Excremente des Hundes, ehedem unter diesem Namen officinell. G. nigrum Dillwgn., die fossilen Excremente der Sauriergattung Ichthyosaurus Kön …   Pierer's Universal-Lexikon