Haselnußstrauch

Haselnußstrauch

Haselnußstrauch (Corylus avellana), 1) Strauch in Europa u. im nördlichen Asien; wächst bes. auf Haselboden, aus Kalk u. Lehm bestehend; außerdem liebt er freien Stand u. eine kalte Lage. Der H. wird 10 bis 20 Fuß hoch, wächst schnell, strauchartig, wird auch ein Baum von 6 bis 8 Zoll Dicke; Dauer 30 bis 40 Jahre. Die männlichen Blüthen erscheinen schon im August an den Spitzen der Zweige, in 2 bis 4 Kätzchen, im März bilden sie sich aus, hängen locker herab u. sind von schwefelgelber Farbe; die weiblichen Blüthen erscheinen Ende Januar od. im Februar in kleinen hochrothen Büscheln. Die Früchte (Haselnüsse) werden im October reif, stehen packetweise zu 2 bis 10 Stück, seltener einzeln, die unten abgeschabten braunen Nüsse sitzen in einem zweilappigen Fruchtkelch u. enthalten einen weißen, süßen Kern. Die Früchte sind eine angenehme Speise, u. es kann ein süßes Öl daraus gepreßt werden. Die rundlichen, am Ende herzförmigen, am Rande großzähnig eingeschnittenen u. scharf gesägten, runzlichen, oben dunkelgrünen u. scharfen, unten hellgrünen u. haarigen, mit vorgezogener Spitze u. Nebenblättern versehenen Blätter stehen wechselsweise. Die Rinde ist aschfarbig mit rostgelben Querflecken, an alten Stämmen kastanienbraun. Das weiße, leichte, harte u. zähe Haselholz ist ein gutes Brennholz; jung liefert es Böttcherreise, Wieden zum Binden u. Flechtwerk; stärker, Nutzholz für Korbmacher, u. wenn es sehr stark geworden ist, wird es auch von den Tischlern verarbeitet; es werden auch gute Reißkohlen aus ihnen gebrannt; aus den Wurzeln, verfertigt man Drechslerwaaren. Varietäten sind hinsichtlich der Früchte: a) die Zellernuß, groß, rund, oben platt gedrückt, sehr süß schmeckend; b) die Mandelnuß, mit einer länglichen, unten keilförmigen, hellbraunen Nuß u. einem mandelsüßen Kern; 2) Rother H., so v.w. Lambertsnußstrauch. Vgl. Corylus.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Corylus — (C. L.), Pflanzengattung aus der Familie der Cupuliferae, Monöcie, Oktandrie L., männliche Kätzchenschuppen eirund, oben mit zwei kleineren Schüppchen, Staubgefäße acht, der Schuppe eingefügt, Staubbeutel einfächerig; Staubfäden paarweise… …   Pierer's Universal-Lexikon

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