Bisamthier


Bisamthier

Bisamthier, 1) (Bisambock, Bisamziege, Moschusthier, Moschus L.), Gattung aus der Familie der hirschartigen Thiere, zierlich gebaut, hatkurzen Schwanz, weder Hörner noch Thränengruben, 8 Vorderzähne im Unterkiefer, 6 Backenzähne oben u. unten jederseits, u. beim Männchen mit 1 großen weit aus dem Munde herausragenden Eckzahn im Oberkiefer. Nur das Männchen des gemeinen B-s hat in der Nabelgegend vor der Vorhaut einen Drüsenbeutel, in welchem der Bisam od. Moschus (s.d.) abgesondert wird. Dieses Thier variirt sehr, u. manche unterscheiden 3 Varietäten: Goldbauchiges B. (M. chrysogaster), Weißbauchiges B. (M. leucogaster) u. Gesättigt braunes B. (M. saturatus). Andere trennendiese Art sogar in 2 wirkliche Arten: a) Gemeines B. (Moschusthier, Moschus moschiferus), Tasche u. Afterklauen sehr entwickelt, Fell rothbraun, Haare dick u. starr, so groß wie ein kleiner Rehbock; zwischen China u. der Tartarei, auf den Gebirgen, welche sich über die Quelle des Indus hinziehen, bis nördlich in die Nähe des Baikalsees; b) Sibirisches B. (M. sibiricus Pall.), hellbraun, über den Rücken dunkler, von der Kehle laufen 2 hellere Streifen nach der Brust herab, die Seiten der hinteren Körperhälfte hell gefleckt, bei jungen über die Rückenlinie mit zahlreichen kurzen parallelen Querbinden u. lichteren Seitenflecken; in Sibirien, auf dem Altaigebirge vom Irtisch, um den Jenisei, bes. häufig am Baikalsee, der Willima, Oberlena u. Ilga; die anderen Arten sind: c) Zwerghirschchen (M. Napu s. javanicus, M. Kanchil Raffl., M. fulviventer Gray., M. Stanleyanus Gray, M. aquaticus Ogill.) u. d) Eigentliches Zwerghirschchen (M. Meminna, Ceylonisches Moschusthier, Natanimon, d.i. kleiner Hirsch mit 4 Augen), auf Ceylon, graulich, olivenfarbig, unten weißlich, an den Seiten gelblich gefleckt u. gestreift, 11/2 F. lang, zierliche Bein von der Dicke eines Federkiels. 2) so v.w. Bisamochs.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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