Gewürz


Gewürz

Gewürz (Aromata), 1) Naturstoffe, die als Zuthat zu Speisen durch einen denselben verliehenen Reiz den Geschmack erhöhen u. dieselben genießbarer u. verdaulicher machen; in dieser Ausdehnung gehört auch der Hopfen, das Salz, der Zucker u. der Essig zu den G-n; 2) Pflanzentheile, die ein wesentliches ätherisches Öl, auch wohl scharfe u. narkotische Stoffe enthalten u. daher sich durch kräftigen u. meist lieblichen Geruch u. Geschmack auszeichnen u. aus gleicher Ursache als Speisezusatz benutzt werden, sonst aber auch zum Wohlgeruch in Anwendung in Parfümerien, od. auch zur Abwehrung von Fäulniß u. zu sonstigen Zwecken dienen. Inländische G-e sind: Majoran, Thymian, Fenchel, Anis, Kümmel. Saturei, Coriander, Safran, Lorbeerblätter, Salbei, Dragun, Rosmarin, Basilicum, Pfefferkraut, Wachholderbeeren, auch die verschiedenen Laucharten, Petersilie, Dill, Portulac, Senf etc.; ausländische G-e sind alle einzig in heißen Zonen, bes. Ostindien, heimische aromatische Vegetabilien, die ein verbreiteter Gegenstand des Handels (Gewürzhandel) sind, theils die Samen u. Früchte, theils Knospen, theils Rinden u. Wurzeln. Das verbreitetste ist der Pfeffer; zu den feineren gehören: Zimmtrinde, Gewürznelken, Muscatenblüthen, Muscatennüsse, Cardamonen, Ingwer, Amonen, Vanille, von Gewürzpflanzen gewonnen. Der mäßige Gebrauch von G-en für Speisen ist vollkommen der Gesundheit zuträglich. Bei zu häufigem Gebrauch überreizen sie, stumpfen die Verdauungskraft[333] ab, bewirken zu lebhafte Bewegungen in dem Gefäßsysteme u. haben dann die Nachtheile wie der Mißbrauch spirituöser Getränke. Die Homöopathie verwirft den Gebrauch der G-e fast allgemein, als theils für sich nachtheilig, theils die Wirkungen der Arzneien störend; 3) seines G., Mischung von mehreren G-en, so Pfeffer, Gewürznelken, Muscatennüssen, Ingwer u.a.; 4) Allerleigewürz od. Englisches G., so v.w. Amomen; 5) großes, englisches G., so v.w. Tabascopfeffer.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Gewürz- — Gewürz …   Deutsch Wörterbuch

  • Gewürz — Sn std. (13. Jh., Form 15. Jh.) Stammwort. Kollektiv zu Wurz Kraut , also eine ähnliche Bedeutungsverengung wie bei dem Plural Kräuter. Etwas älter mhd. giwurz f. Wurzel. ✎ LM 4 (1989), 1432 1434. deutsch s. Wurz …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Gewürz — Gewürz: Das seit dem 15. Jh. bezeugte Wort, das im heutigen Sprachgefühl auf »würzen« bezogen wird, ist eine Kollektivbildung zu dem nur noch mdal. gebräuchlichen ↑ Wurz »Kraut, Pflanze«. Es bezeichnet also eigentlich die in der Kochkunst… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Gewürz — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Bsp.: • Mexikanisches Essen enthält viel Pfeffer und andere Gewürze …   Deutsch Wörterbuch

  • Gewürz — Gewürze auf dem Markt von Agadir, Marokko, 2005 …   Deutsch Wikipedia

  • Gewürz — 1. Das beste Gewürz kommt aus Sorgenland. 2. Gewirze ohne krafft, eine Speise ohne safft, ein Sattel ohne gort, ein kramer ohne wortt, der kömpt nicht fortt. – Wehlt s Tagebuch. 3. Heiss Gewürz – heisse Fürz. – Fischart, Gesch. 4. Je mehr man die …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Gewürz — Würze (umgangssprachlich) * * * Ge|würz [gə vʏrts̮], das; es, e: (aus bestimmten Pflanzenteilen bestehendes oder künstlich hergestelltes) Mittel zum Würzen von Speisen: ein scharfes Gewürz; wir kochen gerne mit Kräutern und Gewürzen. Zus.:… …   Universal-Lexikon

  • Gewürz — Ge·wụ̈rz das; es, e; eine Substanz (wie z.B. Salz oder Pfeffer), die man in kleinen Mengen zum Essen gibt, damit es einen besonderen Geschmack bekommt <ein getrocknetes, exotisches, mildes, scharfes Gewürz> || K : Gewürzessig, Gewürzkuchen …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Gewürz — das Gewürz, e (Grundstufe) Substanz meist in Pulverform, die einer Speise Geschmack gibt Beispiel: Ich darf keine scharfen Gewürze essen …   Extremes Deutsch

  • Gewürz — das Gewürz, e Von den scharfen Gewürzen bekommt man Durst …   Deutsch-Test für Zuwanderer