Hildebrand


Hildebrand

Hildebrand, 1) der alte H., Waffenmeister u. Waffenlehrer Dietrichs von Bern, einer der Haupthelden des Heldenbuchs; erschlug den Riesen Sigenot, kämpfte im Rosengarten mit Gibich u. besiegte diesen, wurde bei Etzel im Hunnenlande von Hagen verwundet u. hieb Chrimhilden nieder, s.u. Nibelungenlied. 2) H., Neffe des Longobardenkönigs Luitprand; eroberte Ravenna, wurde bei einem Überfall in Venedig gefangen, dann 725 König der Longobarden (s.d.) u. st. 744. 3) H., regierte 773 bis 789 als Herzog von Spoleto (s.d. [Gesch.]). 4) H., so v.w. Gregor VII. (s. Gregor 18). Daher Hildebrandismus, das vom Papst Gregor VII. eifrig geförderte hierarchische System, der höchste Grad der päpstlichen Macht, vgl. Hierarchie. 5) Friedrich, geb. in Walkenried, wurde 1645 Conrector an der Klosterschule in Ilefeld, 1651 Conrector in Nordhausen, 1663 Rector daselbst u. 1679 Director am Gymnasium in Merseburg, wo er 1687 starb. Er schr.: Compendium geographiae Cluverianae; Antiquitates Romanae, Jena 1657 u.ö.; Synopsis historiae universalis, ebd. 1671 u.ö.; Epistolae, Lpz. 1715 u.a.m.; gab auch Ciceros Buch De officiis heraus, ebd. 1669. 6) Joachim, geb. 1623 im Kloster Walkenried in der Grafschaft Hohenstein, wo sein Vater Prior u. Viceadministrator war, studirte in Jena, Leipzig u. Helmstädt, war einer der vorzüglichsten [374] Schüler Calixts, wurde 1652 Professor der Theologie in Helmstädt u. 1662 Generalsuperintendent in Celle, wo er 1691 starb. Er schr.: Enchiridion de primitivae ecclesiae sacris publicis, templis et diebus festis, Helmst. 1652 u.ö.; Sacra publica veteris ecclesiae etc., ebd. 1702; Historia conciliorum a. n. Chr. ad saec. XVII. a. 45 habitorum. ebd. 1707; Institutiones sacrae, 1660, 3. A. u. d. T. Theologia dogmatica, 1692 u.a.m. Vgl. I. I. von Einem, De vita et scriptis H., Helmst. 1742.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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