Pfau [1]


Pfau [1]

Pfau (Pavo), 1) Gattung aus der Familie der hühnerartigen Vögel, mit gewölbtem, an der Wurzel nacktem Schnabel, seitlichen Nasenlöchern, einem Federbusche auf dem Kopfe u. 18 Schwanzfedern; aus Ostindien; Arten: a) Gemeiner P. (P. cristatus), Federbusch beweglich, goldgrün, Kopf, Hals u. Brust bei den Hähnen blau, goldgrün u. violett glänzend, Rücken u. Steiß goldgrün, purpurn- u. goldglänzend, unten schwarz mit Metallglanz, Flügel hellrostbraun, vordere Schwungfedern gelbroth, übrige schwärzlich, röthlich u. gelblich gefleckt; die langen Schwanzdeckfedern liegen dachziegelähnlich übereinander u. bestehn aus sehr langen, weichen, schwarz-grünen, purpurnglänzenden Fasern mit weißem Schafte, sind mit blauen Spiegeln (Pfauenaugen) geziert; um dieselben mehre metallischglänzende, buntschillernde Ringel; Weibchen kleiner, grau u. bräunlich aschfarben; Hausvogel zur Zierde, frißt gern Weizen, Sämereien u. Insecten; sein Fleisch ist unschmackhaft, doch werden u. wurden junge Pfauen gegessen u. bei den Alten u. im Mittelalter bildeten sie mit dem Schweif ein Prachtessen. Nach Judäa ließ Salomo aus entlegenen Ländern Pfauen zur See einführen; nach Europa kamen sie erst durch Alexander den Großen aus dem Orient u. verbreiteten sich schnell in Griechenland. Sein gesternter Schweif in Bezug auf Juno als Himmels- u. Sternenkönigin machte ihn zu deren Attribut. Von Samos kam er nach Athen, wo man ihn nur am Neumonde für Geld sehen ließ. In Rom galt er (seit Qu. Hortensius) als Leckerbissen, bes. das Gehirn, u. bei einem Gastmal des Kaisers Heliogabal wurde das Gehirn von mehrern Tausenden aufgetragen. Der P. in Wappen soll Macht, Hoheit, Ansehn u. dgl. bedeuten; er erscheint oft schweifspiegelnd. Pfauenfedern sind gewöhnlich Helmschmuck (Pfauenschweif, Pfauenwedel); man gibt die Zahl der Federn an. Allegorisch gilt der P. als Sinnbild der Hoffahrt. Die Augen des Schweifes waren nach Spätern die von der Juno eingesetzten Augen des Argus (s.d. 2); b) P. spicifer (mit Unrecht auch. P. muticus genannt, da er auch Sporen hat), ausgezeichnet durch lange schmale Federn, grün u. golden gewellten Hals, überhaupt mehr grün als blau; auf Sumatra; c) Doppelsporniger P. (Chilquis, P. bicalcaratus, P. tibetanus), weit kleiner, oben gelbgrau, schwarz gestrichelt u. punktirt, die nicht verlängerten Schwanzdeckfedern mit doppelten u. die Schulterfedern mit einfachen prächtig blauen Augenflecken; in Tibet. 2) Lophophorus (Pfauenfasan), bei Cuvier Untergattung von P, wie dieser, nur ohne verlängerte Deckfedern, fast glänzend, in Hochasien u. Indien; Arten: L. refulgens, s. impeyanus, schwarz, metallschillernd, Federbusch u. Rückenfedern prachtvoll gold-, kupfer-, saphir- u. smaragdartig schimmernd; Schwanz ockergelb; Junge u. Weibchen braun, grau u. braungelb geflammt; P. s. L. Cuvieri, oben schwarz, mit weiß eingefaßten runden Rückenfedern, Unterseite stahlblau, der Kopf nackt roth, auf dem Scheitel ein nach hinten hängender Busch von schwarzen geschlitzten Federn; in Ostindien. Manche zählen P. spicifer u. die Gattung Lophophorus zu den Fasanen (s.d.); 3) Indischer P., Fischart, so v.w. Glyphisodon s. Pomacertus pavo.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Pfau — bezeichnet: Asiatische Pfauen (Pavo), Vogelgattung der Familie der Fasanenartigen Blauer Pfau (Pavo cristatus), Vogelart aus der Familie der Fasanenartigen Ährenträgerpfau oder Grüner Pfau (Pavo muticus), Vogelart aus der Familie der… …   Deutsch Wikipedia

  • Pfau — [pf̮au̮], der; [e]s, en: großer, auf dem Boden lebender Vogel, bei dem das männliche Tier ein farbenprächtiges Gefieder mit langen, von großen, augenähnlichen Flecken gezierten Schwanzfedern besitzt: der Pfau schlägt ein Rad. * * * Pfau 〈m. 23;… …   Universal-Lexikon

  • Pfau & Co. — Pfau Co. war ein bekanntes Destillations Unternehmen zu Zeiten der österreichisch ungarischen Doppelmonarchie in Fiume. Geschichte Werbung von Pfau Co. (1903) Besonders durch ihre Spezialitäten Pfau Hof Cognac und Pfau Quarnero Brandy hatte …   Deutsch Wikipedia

  • Pfau — may refer to: People *Ludwig Pfau, a poet journalist *Ruth Pfau, a doctor *Werner Pfau, an astronomer *Horst Rüdiger Schlöske, née Pfau Places *9962 Pfau, an asteroid …   Wikipedia

  • Pfau — der; (e)s / (A) auch en, e; ein Vogel, dessen Schwanz sehr lange und bunte Federn hat, die er (wie einen Fächer) ausbreiten kann <der Pfau schlägt ein Rad> || K : Pfauenfeder || NB: ↑eitel || NB: der Pfau; den, dem Pfau / Pfauen, des… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Pfau — Pfau, die Zierde unserer Hühnerhöfe, stammt aus Ostindien und war schon bei den Griechen und Römern wegen seines Federschmucks beliebt. Letztere hatten auf ihren Villen besondere Gebäude für die P. und hielten deren Fleisch für einen Leckerbissen …   Damen Conversations Lexikon

  • Pfau [2] — Pfau, südliches Sternbild, zwischen dem Octant, Paradiesvogel, südlichen Dreieck, Altar, Astronomischen Fernrohr u. Indianer, enthält 9 Sterne 3.–6. Größe …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Pfau [1] — Pfau (Pavo), Sternbild des südlichen Himmels, enthält einen Stern 2. Größe (a). Vgl. Textbeilage zu Artikel und Karte »Fixsterne« …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Pfau [2] — Pfau (Pavo L.), Gattung der Scharrvögel aus der Familie der Fasanen (Phasianidae), kräftig gebaute Vögel mit ziemlich langem Hals, kleinem, mit einem Federbusch geziertem Kopf, etwas dickem, an der Spitze hakig gekrümmtem Schnabel, kurzen Flügeln …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Pfau [3] — Pfau, Ludwig, Lyriker und Kunstkritiker, geb. 25. Aug. 1821 in Heilbronn, gest. 12. April 1894 in Stuttgart, lernte nach Absolvierung des Heilbronner Gymnasiums die Kunstgärtnerei in Frankreich, studierte dann aber in Tübingen und Heidelberg und… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon