Chrysamminsäure

Chrysamminsäure

Chrysamminsäure (Chem.), C14HN2O11,[123] HO, bildet sich bei der Einwirkung von Salpetersäure auf Aloe; sie ist krystallinisch, gelb mit einem Stich ins Grüne; sie löst sich wenig in kaltem Wasser mit gelber Farbe; die Lösung in siedendem Wasser ist purpurroth. Durch die Einwirkung von Ammoniak wird sie leicht zersetzt; leitet man trockenes Ammoniakgas über Ch. bei 100°, so wird Wasser u. Chrysamminamid gebildet, welches als violettes amorphes Pulver erhalten wird. Eine eminente Lösung von Ch. in Ammoniak wird durch Hineinleiten von Schwefelwasserstoff blau gefärbt, die Lösung hinterläßt nach dem Filtriren u. Abdampfen einen blauen Rückstand, das Chrysindinamonimoxyd, aus dessen wässeriger Lösung Kali Chrysindin, C28H4N4O12, HO, fällt. Setzt man Ch. zu einer siedenden Lösung von Schwefelkalium, so bildet sich Hydrochrysammid, C30H12N4O13, in schönen Nadeln, die bei reflectirtem Lichte einen metallischen kupferrothen Schein zeigen, bei durchfallendem Lichte aber blau sind. Durch Einwirkung von Amoniak auf Ch. in der Wärme entsteht das Chrysamid od. die Chrysamidsäure, C14H4N3O11, die Lösung wird purpurroth u. beim Erkalten scheiden sich dunkelgrüne Krystalle von chrysamidsaurem Ammoniak aus; durch Behandeln mit Salpetersäure erhält man die Chrysamidsäure in schwarzen Blättchen; Kalilauge verwandelt die Ch. beim Kochen in eine humusartige Masse, die Chrysatrinsäure, C24H6NO15, Schwefelsäure in einen violetten, amorphen Körper das Chryjodin, C56H8N3O28. Durch Amoniak u. Schwefelwasserstoff gewinnt man aus der Ch. eine blaue Substanz, das Chrysidin.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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