Damm [1]


Damm [1]

Damm, 1) die zur Verhütung einer Überschwemmung, zum Aufhalten (Abdämmen) des Wassers, zur Führung einer Straße durch niedrige wasserreiche Gegenden, auch zur Einschließung von Teichen angelegte, auf beiden Seiten abgeböschte Erhöhung von Erde, Sand, Steinen, Faschinen etc. Die stärkere od. geringere Böschung richtet sich nach dem festeren od. lockeren Material; jedoch ist dieselbe nach der Wasserbreite (Dammbrust) zu immer flächer als nach der Landseite. Bei lockerem Erdreich werden die Seiten noch durch Faschineneinlagen befestigt, sowie auch die Dämme öfters durch Holzwände u. auch Mauern befestigt werden. Die Höhe des Dammes richtet sich nach dem höchsten Wasserstande od., bei Straßendämmen, nach den mit einander zu verbindenden höher liegenden Straßen od. nach sonstigen Momenten, vgl. Chaussee, Eisenbahn. Die obere Breite des Dammes wird durch den Zweck, z.B. ob er als Fahrstraße dient, bestimmt, die untere durch die Böschung, vgl. Deich; 2) (Kriegsw.), bei anzulegenden Überschwemmungen, die zum Aufhalten des Wassers angelegte lange Erderhöhung; 2) bei Wasserbauten die interimistisch stehen bleibende Erde, um den Zudrang des Wassers vor der Vollendung des Baues zu hindern; 4) (Bergw.), eine aus zwei Wänden von dicht auf einander getriebenen Stämpeln, zwischen welche Thon u. Lehm eingestampft wird (Dammstoßen), bestehende, in den Gruben errichtete Wand, welche das wilde Wasser von den Arbeitern abhält; 5) in Salzwerken eine Erhöhung von Lehm od. Thon, welche das Abfließen des in die Kammern geleiteten süßen Wassers vor dessen Sättigung mit Salz hindern soll; 6) in Schmelzofen der Ort, wo sich das Geschmolzene sammelt; 7) (Schiffsw.), eine Sandbank; 8) (Anat., Mittelfleisch, Perinaeum), der zwischen den Geschlechtstheilen u. dem After gelegene Theil; daher Dammarterie, Schlagader zur Versorgung des Damms, s. Beckenarterie; Dammnaht (Rhaphe), eine linienförmige Hautwulst des Dammes; 9) in der Orgel Hölzer, worin der Pfeifenstock ruht.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Damm [1] — Damm, jede im Verhältnis zu ihrer Breite lang ausgedehnte Anschüttung, dazu dienlich, den Unterbau für eine höher als das Gelände liegende Fahrbahn zu bilden oder Schutz gegen Ueberflutung zu bieten. Häufig werden beide Zwecke miteinander… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Damm — may refer to: DAMM Cellular Systems A/S, a Danish provider for TETRA solutions. Damm (Dummerstorf), a village in the municipality of Dummerstorf, district of Rostock, Mecklenburg Vorpommern, Germany. Damm, Parchim, a municipality in the district… …   Wikipedia

  • Damm — Sm std. (13. Jh., Form 16. Jh.), mhd. tam(m), mndd. dam, mndl. dam Stammwort. Wie anord. damm n. und afr. damm, domm eine späte Rückbildung aus dämmen. Die Schreibung mit d im Hochdeutschen beginnt seit frühneuhochdeutscher Zeit vom… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Damm [2] — Damm. Bedeichungen an Gebirgsflüssen haben nicht allein den Zweck, einen Teil der Talsohle gegen Ueberschwemmungen zu schützen, sondern sie bilden in der Regel auch ein wichtiges Mittel zur Einschränkung des Hochwasserbetts. Die diesem… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Damm [3] — Damm , Verdämmung oder Verspünden, im Bergbau der Abschluß eines Grubenbaues gegen das Eindringen von schädlichen Luftarten oder von Wasser. Wetterdämme sollen den Eintritt der in einem Teile der Grube sich entwickelnden gefährlichen Gase, z.B.… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Damm [2] — Damm, 1) (Altdamm), sonst feste Stadt im Randower Kreise des preußischen Regierungsbezirks Stettin an der Mündung der Plöne in den von der Oder gebildeten, 7/8 QM. großen Dammschen See; 2 Vorstädte, Tuchweberei, Fischerei, Flachs u.… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Damm — Damm: Älter nhd. Tamm (mhd. tam »Flut , Seedamm«) hat unter dem Einfluss der norddeutschen Wasserbaukunst seit dem 17. Jh. niederd. Anlaut angenommen. Dem mnd. dam entsprechen gleichbed. niederl. dam, engl. dam, schwed. damm. Das gemeingerm. Wort …   Das Herkunftswörterbuch

  • Damm [3] — Damm, 1) Christ. Tobias, geb. 1699 in Geithain; er st. 1778 als Rector des Kölnischen Gymnasiums in Berlin. Er gab heraus: Vestibulum Comenii (griechisch u. deutsch) 1731; Übersetzung des Homer, 1769 ff., 4 Bde.; des Pindar, 1770 f., 4 Thle., u.a …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Damm [2] — Damm (Mittelfleisch, griech. Perinäum), bei Säugetieren der Raum zwischen After und Geschlechtsteilen, ist im weiblichen Geschlecht kürzer als im männlichen; er ist mit einigen Muskeln für den After und die Geschlechtsteile versehen. Verwundung,… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon


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