Pirna


Pirna

Pirna, 1) Bezirksgericht u. Gerichtsamt im königlich sächsischen Kreisdirectionsbezirk Dresden, mit 29, 025 Ew.; 2) Amtsstadt darin, an der Elbe u. der Sächsisch-Böhmischen Staatseisenbahn (Dresden-Bodenbach), Amtshauptmannschaft, Hauptsteueramt, Spar- u. Leihkasse, Superintendentur, 4 Kirchen (worunter 1 katholische), Waisenhaus, Sonntagsschule, 2 Buchdruckereien, 3 Buchhandlungen, Schiffswerften, Zuckerraffinerie, Sandsteinbohrwerk, Kattunfabriken, Strumpf- u. Steingutfabrik,[154] Hutmacherei, Töpferei, Elbschifffahrt u. Handel, bes. mit Pirnaischem Sandstein, welcher in der Nachbarschaft, so wie zu Cotta, Königstein, Schöna, Postelwitz, Lohmen, Liebethal etc. gebrochen u. sogar über See verführt wird; 6600 Ew. Über der Stadt liegt das Schloß Sonnenstein, in welchem sich seit 1811 die Landesheilanstalt für Geisteskranke befindet. – P. ist sorbenwendischen Ursprungs u. gehörte anfänglich zu Böhmen, von welchen es 1249 der Markgraf Heinrich der Erlauchte von Meißen als Heirathsgut erwarb, dessen Sohn es 1291 an das Bisthum Meißen verkaufte. Von diesem gelangte es aber schon 1299 nebst der Veste Sonnenstein wieder an Böhmen u. von diesem anfangs (1404) unterpfändlich u. seit 1459 völlig zurück an Sachsen. Das Elbstapelrecht besaß P. schon 1292. 1539 wurde die Reformation eingeführt. Der Pirnaische Vertrag von 1634 zwischen Sachsen u. dem Kaiser leitete den Prager Frieden ein (s. Dreißigjähriger Krieg VI. S. 319). Hauptbrände 1429 durch die Hussiten u. den 23. April 1639, wo P. von den Schweden unter Baner mit Sturm genommen u. verwüstet wurde. Auch im Siebenjährigen Kriege litt P. sehr, namentlich wurden (1758) die Festungswerke des 1574 neugebauten Sonnenstein von den Preußen geschleift. Anfang 1813 war P. von den Franzosen besetzt, welche auch den Sonnenstein wieder zu befestigen anfingen; 12. Nov. 1813 capitulirte die französische Garnison.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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