Reiben


Reiben

Reiben, 1) einen Gegenstand an der Oberfläche eines andern schnell hin- u. herbewegen; 2) (Friction), Einwirkung auf die Haut des Körpers durch Einreiben von Arzneistoffen mittelst der bloßen Hand od. mit wollenen od. leinenen Lappen, in flüssiger Form, od. als Salben od. Linimente, wobei das R. hauptsächlich die Aufsaugung u. das Eindringen der Stoffe durch die Haut bezweckt; 3) (Frottiren), lockeres Reiben mit der bloßen Hand od. wollenen Tüchern, Bürsten (Hautbürsten) etc., ein die Thätigkeiten der Haut kräftig anregendes u. von ihr aus auf den ganzen übrigen Körper wohlthätig einwirkendes Verfahren, theils diätetisch, theils zu einem Heilzweck; 4) die Kupferplatte gehörig reinigen, ehe man die frische Farbe aufträgt; 5) eine Sache durch R. mit besonderen Werkzeugen zerkleinern od. pulvern, dies geschieht z.B. in der Küche auf dem Reibeisen (s.d.), beim Rappiren des Schnupftabaks, od. in Apotheken zur Bereitung seiner Pulver mittelst des Reibemörsers, bei der Farbebereitung auf dem marmornen od. porphyrnen Reibesteine, bei dem Pulverisiren des zum Probiren des Erzes in Schüsseln von starkem Eisenblech (Reibepfannen, Reibeblechen) od. auf gegossenen Eisenplatten (Reibeplatten) mit dem rundbahnigen Reibehammer (Reibepäuschel) etc.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Reiben — Reiben, verb. irreg. act. Imperf. ich rieb, Mittelw. gerieben; die Fläche eines Körpers über die Fläche eines andern wegbewegen, so daß die Erhabenheiten des einen in die Vertiefungen des andern eingreifen, und solcher Gestalt der Bewegung… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • reiben — reiben: Das starke Verb mhd. rīben, ahd. riban kann ursprünglich anlautendes w gehabt haben und im Sinne von »drehend zerkleinern« zu der unter ↑ Wurm dargestellten vielfach weitergebildeten und erweiterten idg. Wurzel *u̯er »drehen, winden«… …   Das Herkunftswörterbuch

  • reiben — V. (Mittelstufe) etw. mit Druck auf einer Fläche hin und her bewegen Beispiele: Das Kind reibt sich die Augen. Er rieb sich die Nase mit dem Zeigefinger. reiben V. (Aufbaustufe) etw. mit einer Raspel zerkleinern Synonyme: hobeln, raspeln, schaben …   Extremes Deutsch

  • reiben — Vst. std. (8. Jh.), mhd. rīben, ahd. rīban, mndd. (w)riven, mndl. wriven, nwfr. wriuwe Stammwort. Führen auf vd. (und fr.) * wreib a Vst. reiben . Außergermanisch entspricht gr. ríptō ich (drehe), werfe . Andere Wörter für drehen , die auf einer… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • reiben — [Network (Rating 5600 9600)] Bsp.: • Ich reibe meine Augen, weil sie wehtun …   Deutsch Wörterbuch

  • reiben — schubben (mittelniederdt.) (umgangssprachlich); schubbern (norddt.) (umgangssprachlich); scheuern; trocknen; abtrocknen; abfrottieren; trockenreiben; abreiben; frottieren; wegpolieren; …   Universal-Lexikon

  • Reiben — Scheuern; Reibung; Abreibung * * * rei|ben [ rai̮bn̩], rieb, gerieben: 1. <tr.; hat fest gegen etwas drücken und hin und herbewegen: beim Waschen den Stoff reiben; Metall [mit einem Tuch] blank reiben. Syn.: ↑ abreiben, ↑ frottieren …   Universal-Lexikon

  • reiben — rei·ben; rieb, hat gerieben; [Vt] 1 etwas (an etwas (Dat)) reiben etwas fest auf etwas anderes drücken und es dabei hin und her bewegen: Die Katze rieb ihren Kopf an meinem Bein 2 sich (Dat) etwas reiben mit der Hand an einem Körperteil ↑reiben… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Reiben — Handreibahle (Schaftende Vierkant) für Durchgangsbohrungen Reiben ist ein Vorgang, bei dem etwas unter Anwendung eines bestimmten Drucks kräftig an etwas anderem entlang hin und her bewegt wird. Beim Reiben in der Verfahrenstechnik handelt es… …   Deutsch Wikipedia

  • reiben — 1. frottieren, scheuern; (ugs.): schrubben; (bayr., österr. ugs.): ribbeln; (landsch., bes. nordd.): rubbeln. 2. hobeln, raspeln, schaben, zerkleinern; (bes. schweiz.): raffeln. 3. [ab]wetzen, [auf]kratzen, [auf]scheuern; (nordd.): schubbern.… …   Das Wörterbuch der Synonyme