Rahmen [1]


Rahmen [1]

Rahmen, 1) ein Körper, in Form eines Kastens ohne Boden, dessen Seitenwände gewöhnlich eine im Verhältniß zur Länge nur geringe Dicke u. Breite haben; bildet häufig eine Einfassung, z.B. Fenster-, Bilder-, Spiegelrahmen; 2) Gestelle, in welchem etwas ausgespannt wird, z.B. Näh-, Stickrahmen; 3) eisernes, viereckiges Gestelle, in welches die gesetzten Lettern (die Form) gespannt werden, indem entweder mittelst, durch die Seitentheile der R. gehenden Schrauben (Schraubenrahmen) eiserne Stäbe (die Rahmeisen, Schienen) an die Lettern angedrückt werden, od. wie am Rhein u. in Frankreich bei Keilrahmen (zu denen man auch jetzt in Norddeutschland wieder zurückkommt) die Schrift durch seitwärts eingetriebene Keile befestigt wird u. die Schrauben ganz wegfallen. In der Mitte haben sie einen eisernen, in Form eines Schwalbenschwanzes eingekeilten Mittelsteg, welcher herausnehmbar ist. Befestigt wird die Form durch Keil- (Schräg-)stege, keilförmige, längliche Stege, welche mittels des Treibholzes festgeschlagen werden; 4) das Umfassungsholzwerk bei Fachwänden; 5) so v.w. Schachtgeviere; 6) so v.w. Tuchrahmen; beim Zampel- u. Kegelstuhle wird der R. von dem Glasbrete, dessen pultartigem Gestelle u. den Korden gebildet; Rahmenstock, s. u. Kegelstuhl; 7) so v.w. Gatter, s. u. Sägemühle; 8) der Streichkasten od. Chassis, s. u. Kattun B) a); 9) so v.w. Cantre; 10) R. einer Thür, s. u. Thür; 11) horizontales Gestelle, auf welches Tücher gebreitet werden, worauf man die Wachslichter legt, um sie einige Tage der Luft auszusetzen u. dadurch etwas zu bleichen; 12) ein aus zwei Hälften bestehender hölzerner Kasten, in welchen beim Gießen eiserner Röhren die Röhrformen gesetzt werden; 13) Streifen Rindsleder, welche bei manchen Schuhen u. Stiefeln (Rahmenschuh, Rahmenstiefeln), auf die Brandsohle u. an das Oberleder genäht werden, um an diese Streifen nun die eigentliche Sohle anzunähen; 14) Stück Holz, welches mit einem anderen in einem rechten Winkel zusammengesetzt ist; 15) so v.w. Maßlade; 16) Glasscheibe, welche vor dem Spitzringe angebracht ist, damit dem Arbeiter der Mehlstaub nicht in die Augen fliege.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Rahmen — steht für: allgemein eine seitliche Einfassung, die Zarge eine oftmals künstlerische Begrenzung aus Holz, Metall oder Kunststoff, um ein Bild zu halten und zu schützen, der Bilderrahmen ein tragendes Element im Bauwesen (oft zur Abtragung von… …   Deutsch Wikipedia

  • Rahmen — für Lokomotiven (longerons; frames; lungheroni), Platten oder Barren, die in Verbindung mit Querträgern (Kesselträger) und wagrechten Absteifungen als Träger für den Kessel, die Dampfmaschine u.s.w. dienen. Besitzt eine Lokomotive bewegliche… …   Enzyklopädie des Eisenbahnwesens

  • Rahmen — Rahmen: Mhd. rame »Stütze, Gestell; ‹Web , Strick›rahmen«, ahd. rama »Stütze, Säule«, mnd. rame »Gestell, Einfassung«, niederl. raam »Einfassung, Gestell; Fenster« sind im germ. Sprachbereich eng verwandt mit ahd. ramft, mhd. ranft »Einfassung,… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Rahmen — Sm std. (11. Jh.), mhd. ram(e) f. Stütze, Gestell, Webrahmen , ahd. ram m./f., rama f. Stütze , mndd. rame(n), mndl. raem, rame Rahmen Stammwort. Vermutlich zu der Sippe von Rand, doch bleibt verschiedenes unklar, besonders die Frage, ob… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Rahmen [2] — Rahmen, 1) (Rähmen), vom Hunde, dem Hasen ganz nahe kommen, wenn dieser einen Haken schlägt u. vorbeischießt; 2) bisweilen den Hasen wirklich fangen; 3) von der Milch, den Rahm ausscheiden; 4) den Rahm von der Milch abnehmen …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Rahmen [1] — Rahmen, die Einfassung von Bildern und Spiegeln. Bilderrahmen waren ursprünglich architektonischen Charakters und nur bei Kirchenbildern gebräuchlich. Sie wurden aus Holz, Marmor, seltener aus Metall angefertigt. Ersteres wurde bemalt, erst… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • rahmen — V. (Aufbaustufe) etw. mit einer Einfassung versehen Synonym: einrahmen Beispiel: Er hat sich diese Zeichnung rahmen lassen …   Extremes Deutsch

  • Rähmen — Rähmen, die in den Weinbergen von dem Schneiden des Weinstockes herumliegenden Reben sammeln u. auf Bündel binden …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Rahmen [2] — Rahmen, das Fangen eines Hafen oder Fuchses durch den Windhund …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Rahmen — von Maschinen, s. Dampfmaschinen, turbinen, Verbrennungsmotoren, Gestell; von Pressen, s.d. und Filterpressen; von Walzenständern, s. Walzen; von Lokomotiven (s.d.); von Wagen, s. Straßenfuhrwerke, Eisenbahnen, elektrische, Eisenbahnwagen,… …   Lexikon der gesamten Technik