Welden [2]

Welden [2]

Welden, ein alles reichsritterschaftliches Geschlecht in Schwaben, welches seit 1621 in drei Linien blüht: A) Großlaupheimer Linie; zu dieser Linie gehören: 1) Freiherr Ludwig Constantin, ältester Sohn des 1808 verstorbenen Freiherrn Karl Albrecht, geb. 1771, war baierischer Geheimer Staatsrath u. Generalcommissär, sowie Präsident des Oberappellationsgerichts zu München u. starb 31. März 1842. 2) Freiherr Franz Ludwig, Bruder des Vorigen, geb. 16. Juni 1782 zu Laupheim im Württembergischen, trat 1798 in württembergische Dienste, machte daselbst die Feldzüge 1799–1801 gegen Frankreich mit, siedelte 1802 nach Österreich über u. wurde dort als Oberlieutenant bei der Mappirung verwendet. Während des Feldzuges 1805 leistete er als Hauptmann Dienste im Generalstabe, wurde nach dem [75] Frieden wieder bei der Mappirung beschäftigt u. befand sich 1809 als Major im Hauptquartier des Erzherzogs Karl. In den nächsten Jahren zeichnete er sich theils durch Arbeiten im Chefbureau, theils bei diplomatischen Sendungen, theils in den Feldzügen 1813–15 in Italien rühmlichst aus u. wurde 1813 zum Oberstlieutenant, 1815 zum Oberst u. 1816 zum Brigadier befördert, erhielt die Aufsicht über die Zeichnungskanzlei u. das Topographische Bureau, beschäftigte sich 1817–20 mit der officiellen Bearbeitung des Feldzugs von 1809 u. nahm sodann als Generalstabschef Theil am Zuge gegen die Piemontesischen Insurgenten. 1823–27 verwaltete er das Directorium der militärischen Landesbeschreibung; 1828 wurde er Generalmajor, ging 1832 als Bevollmächtigter bei der Militärcentralcommission nach Frankfurt a. M., wurde 1836 Feldmarschalllieutenant u. erhielt 1838 das Divisionscommando in Graz; 1843 wurde er an Villatas Stelle Militärcommandant in Tyrol u. begleitete diesen Posten bis 1848. Im Feldzuge 1848 in Oberitalien zeichnete er sich zunächst durch die Wiederherstellung der Verbindung Radetzkys mit Tyrol, dann durch Einnahme von Palmanuovo u. Treviso, sowie durch die Einschließung Venedigs aus, wurde noch im selben Jahre zum Civil- u. Militärgouverneur von Dalmatien ernannt u. übernahm bald darauf dieselbe Stellung in Wien 1849 zum Feldzeugmeister befördert, führte er vom 12 April bis Anfang Juni das Commando der Armee in Ungarn, trat dann seine Stellung in Wien wieder an u. blieb daselbst bis zu seinem im Juni 1851 erfolgenden Rücktritt aus dem activen Dienste. Großes Verdienst erwarb sich W. noch durch die Errichtung eines Scharfschützencorps u. die Stiftung eines seinen Namen führenden Invalidenfonds. Seit 1851 lebte er in Graz u. starb daselbst am 6. Aug. 1853; hier wurde 1859 im Park des Schloßbergs seine von Hans Gasser in Wien gefertigte Statue aufgestellt. Er schr.: Der Monte Rosa, Wien 1824; Episoden aus meinem Leben (Beiträge zur Geschichte der österreichischen Armee in den Jahren 1848 u. 1849), Graz 1853. W. war auch ein tüchtiger Kenner der Botanik, welcher im Interesse dieser Wissenschaft die Schweizer Alpen u. bes. die Berge Dalmatiens durchforschte; nach ihm ist auch die Pflanzengattung Weldenia benannt, u. der Volksgarten zu Zara u. die Anlagen auf dem Schloßberg in Graz sind meist seine Schöpfungen. 3) Freiherr Karl, Sohn von W. 1), geb. 13. Juni 1801, war früher Regierungspräsident in der Pfalz, dann in Mittelfranken, zuletzt in Schwaben u. Neuburg u. starb 26. Juli 1857. Er war ein regelmäßiger Theilnehmer der Versammlungen der deutschen Land- u. Forstwirthe u. hat sich in land- u. forstwirthschaftlicher Hinsicht um Schwaben Verdienste erworben. Jetziger Repräsentant ist: 4) Freiherr Max August, Neffe von W. 2) u. Sohn des 1855 verstorbenen Freih. Leopold, geb. 1837. B) Kleinlaupheimer Linie, Repräsentant: 5) Freih. Karl Moritz, Sohn des 1859 verstorbenen Freiherrn Karl, geb. 1849. C) Hochholdinger Linie: 6) Freiherr Max, Sohn des verstorbenen Freiherrn Maximilian, starb 9. August 1858; sein Bruder August ist baierischer Major a. D.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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