Camaldulensereinfiedler


Camaldulensereinfiedler

Camaldulensereinfiedler (Calmaldoliten, Romualdiner), von St. Romuald zur strengsten Beobachtung der Regel St. Benedicts gestiftet, 1072 vom Papst bestätigt u. nach ihrer ersten Einsiedelei Camaldoli bei Arezzo benannt, führten Anfangs gegen die Benedictinische Regel ein beinahe rein beschauliches Leben in Einsiedeleien zusammen, od. ganz einzeln als Klausner. Aber 1300 erhob sich die Einsiedelei S. Michael di Murano bei Venedig zu einem förmlichen Kloster, die Einsiedler wurden Mönche u. bildeten eine eigene Congregation von Conventualen, worüber mit den Camaldulenser-Observanten (Einsiedlern) ein vieljähriger Streit entstand, u. auch diese in die Congregationen von Camaldoli, vom Kronenberg (Monte Corona), von Tunis, U.L.F. zum Trost in Frankreich, sich spalteten. Im 17. u. 18. Jahrh. bestand der Orden aus 2000 Religiosen in 5 von einander unabhängigen Congregationen, unter eignen Generalen (Majores). Weiße Kutten trugen Alle, weitere die Mönche; Bärte u. größere Strenge im Fasten, Schweigen u. Selbstgeißeln hatten die Eremiten voraus. Jetzt besteht nur noch Camaldoli selbst, mit wenigen im Kirchenstaat u. 1822 im Neapolitanischen wiederhergestellten Einsiedeleien. Auch gab es Camaldulenserinnen, gestiftet von dem General der C. Rudolf 1086 zu Mucellano im Toscanischen; im 17. Jahrh. 24 Klöster. Tracht: Rock u. Scapulier von weißer Serge, über diesem ein weißwollener Gürtel, im Chor eine weiße Kutte u. über dem weißen Schleier noch ein schwarzer. Statt der Kutte trugen die Laienschwestern einen weißen Mantel. Sie bestehen nicht mehr.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.