Diomēdes

Diomēdes

Diomēdes, 1) D., Sohn des Ares u. der Kyrene, König der Visionen in Thracien; fütterte seine 4 Rosse, Lampos, Deinos, Xanthos u. Podarges, mit den Leibern der sein Land betretenden Fremden. Herakles, von Eurystheus zu ihm geschickt, tödtete ihn u. entführte die Pferde. Die Visionen verfolgten ihn; Abderos, Sohn des Hermes, Liebling des Herakles, sollte die Pferde bewachen, wurde aber von denselben zerrissen; nach Anderen war Abderos ein Diener des D. u. wurde von Herakles getödtet. 2) D., Sohn des Atlas u. der Asterie; wurde von seinen Pferden gefressen. 3) D., Sohn des Tydeus u. der Deïpyle, der Tochter des Königs Adrastos von Argos; zog mit den Epigonen gegen Theben u. stritt darauf vor Troja. Homer schildert ihn als einen stürmischen Helden, dessen Stimme weithinschallte, u. gibt ihm den Beinamen: der zum Kampfe Rufende. Er kämpfte, in der Abwesenheit des Achilles, unter den Ersten der Griechen, unterstützt von Athene, gegen Hektor, erschlug den troischen Späher Dolon u. überfiel den Thrakerfürsten Rhesos in seinem Lager. Nach den nachhomerischen Sagen schlich er sich mit Odysseus in einem unterirdischen Gange in die Burg von Troja, erschlug die Wächter u. führte das Palladium Trojas weg. Er kam nach dem Kriege glücklich in seine Heimath, aber seine treulose Gattin Ägialea, welche während seiner Abwesenheit mit Hippolytos u. Kometes gebuhlt hatte, verweigerte mit diesen ihm die Landung. Er ging deshalb nach Ätolien zu seinem Großvater Öneus, welcher von seinem Neffen Epopeus vom Throne gestoßen worden war u. von D. wieder in die Herrschaft eingesetzt wurde. Auf seiner Rückkehr nach Argos kam er, verschlagen von Winden, nach Apulien, heirathete dort die Euippe, Tochter des Königs Daunos, u. gründete mehrere Städte. Die Diomedēi campi in Apulien, wo er gelebt haben soll, wurden nach ihm benannt. Turnus bat ihn um Beistand, D. verweigerte ihn, doch verlangten es seine Gefährten, worauf sie zur Strafe in die Diomedeischen Vögel (Albatrose) verwandelt wurden. Er starb in Argos (od. in Apulien) od. wurde auf der Insel Diomedea (s.d.) zu den Göttern entrückt u. ihm dort u. später an mehreren Orten Italiens Tempel u. Altäre geweiht. Auf Gemmen erscheint er oft nackt mit dem Palladium. Julius Antonius besang die Rückkehr des D. in 12 Büchern (Diomedēa). Vgl. Penthesilea. 4) D., römischer Grammatiker; er schr. im 5. Jahrh.: De oratione, partibus orationis et vario rhetorum genere, herausgeg. u.a. in Putsches Sammlung der lateinischen Grammatiker, Hann. 1605.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

См. также в других словарях:

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  • Diomedes — (griechisch Διομήδης) ist in der griechischen Mythologie der Sohn des Tydeus und der Deipyle. Er heiratete Aigiale, die Tochter des Adrastos und wurde König von Argos …   Deutsch Wikipedia

  • Diomédes — DIOMÉDES, is, Gr. Διομήδης, εος, (⇒ Tab. XXVI.) 1 §. Aeltern. Sein Vater war Tydeus, des Oeneus, Königs in Aetolien, Sohn, seine Mutter aber Deipyle, des Adrastus, Königs zu Argos, Tochter, welche sonst auch vielfältig Deiphyla, Deiphila und so… …   Gründliches mythologisches Lexikon

  • Diomédes [1] — DIOMÉDES, is, (⇒ Tab. XII.) des Mars und der Cyrene Sohn, König der Bistonen, einer kriegerischen Nation in Thracien. Apollod. lib. II. c. 4. §. 8. Er hatte vier Pferde, welche Podargus, Lampus, Xanthus und Dinus hießen. Hygin. Fab. 311. Sie… …   Gründliches mythologisches Lexikon

  • Diomedes — Diomedes. Ein grausamer König Thraciens, Sohn des Mars, der vier feuerspeiende Rosse besaß, welche er mit Menschenfleisch nährte. Ihn zu tödten und die Rosse zu bändigen, wurde dem Herkules vom Euristheus auferlegt, der den Tyrannen bezwang und… …   Damen Conversations Lexikon

  • Diomedes — {{Diomedes}} 1. Sohn des Ares*, König in Thrakien, dessen Rosse Menschen verschlangen, bis Herakles* sie bändigte (Euripides, Alkestis 481–506; Apollodor, Bibliothek II 96f.). Wie Diomedes von den eigenen Pferden zerrissen wird, hat Gustave… …   Who's who in der antiken Mythologie

  • Diomédes [2] — DIOMÉDES, is, des Atlas und der Asterie Sohn, welchen seine eigene Pferde umgebracht haben sollen. Hygin. Fab. 250. Allein, wie sich von ihm weiter nichts findet, so wird nicht unbillig gezweifelt, ob er nicht entweder vorhergehender Diomedes… …   Gründliches mythologisches Lexikon

  • Diomedes — DIOMEDES, is, (⇒ Tab. XXVI.) ein Sohn des Diomedes von Argos, welchen er mit des Daunus Tochter in Italien zeugete. Anton. Liberal. c. 37 …   Gründliches mythologisches Lexikon

  • Diomēdes [1] — Diomēdes, im griech. Mythus: 1) Sohn des Ares und der Kyrene, König der Bistonen in Thrakien, fütterte seine Stuten mit dem Fleisch der in sein Land verschlagenen Fremden, bis er ihnen selbst von Herakles (s. d.) als Futter vorgeworfen wurde. 2)… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Diomēdes [2] — Diomēdes, lat. Grammatiker, verfaßte im 4. Jahrh. n. Chr. eine »Ars grammatica« in drei Büchern nach denselben Quellen wie sein Zeitgenosse Charisius, mit dem er vielfach wörtlich übereinstimmt. Besondern Wert hat das dritte Buch durch seine aus… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon


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