Ares


Ares

Ares (lat. Mars), Sohn von Zeus u. Here. Gott des Kriegs (daher Enyalios) u. der Schlachten, bes. der regellosen, mit wechselnden Erfolgen hin u. herwogender Kämpfe (daher Alloprosallos, der von Einem zum Andern sich Wendende). Er erscheint von riesiger Größe, stattlich, schnell, mit wuthblitzenden Augen, furchtbarer Stimme, ganz in Waffen gehüllt, in dem breiten Gürtel die kleinen Waffen, auf dem Haupt den blanken Helm mit wallendem Busch, in den Händen Lanze u. großen Schild, bald zu Fuß, bald auf dem Streitwagen. Wenn es zur Schlacht geht, schirren seine Diener, Phobos u. Deimos (Grauen u. Schrecken), seinen Wagen u. schreiten nebst Enyo, der mordenden Kriegsgöttin, u. Eris (Zwietracht) neben ihm her; die Keren (die Göttinnen des blutigen Todes), Kydoimos (Getümmel) u. a. furchtbare Wesen folgen ihm. Obgleich schrecklich im Kriege, ist er doch nicht unüberwindlich, sondern wegen seines wüthenden[682] Tobens wird er von den klugen, besonnenen Kriegsgöttern (Athene) u. den, von dieser geleiteten Helden überwunden. Im Kriege gegen die Giganten erlegte er Peloros u. Mimas; den Halirrhothios tödtete er, weil derselbe der Alkippe, seiner Tochter von Agraulos, Gewalt anthun wollte, u. wurde deshalb von den 12 Olympischen Göttern auf dem Areopag (s.d.) gerichtet u. freigesprochen. (Dieser Gerichtshof sollte davon seinen Namen haben.). Zweimal kämpfte er mit Herakles, um seinen Söhnen beizustehen; einst hielten ihn die Aloiden (s.d.) gefangen; Diomedes verwundete ihn vor Troja, daß er schrie gleich 10,000 Männern; als ihm Athene einen Grenzstein an den Hals warf, bedeckte er gefallen 7 Hufen Landes. Bei Späteren floh er vor Typhon nach Ägypten u. verwandelte sich in einen Fisch. Thracien war sein Lieblingssitz; dort war er Vater der Flüsse Tmolos, Strymon, Hebros, der Stämme, welche die Namen der Helden Biston, Sithon, Olynthos etc., tragen. Ihn liebte Aphrodite, die ihm Phobos, Deimos u. Harmonia (Eintracht) gebar; über sein Liebesabenteuer mit Aphrodite, s. u. Aphrodite. Vater war er noch durch Astyoche von Askalaphos u. Jalmenos; durch Agraulos von Alkippe; durch Atalante von Parthenopäos, durch Althäa von Meleagros; durch Asterope von Önomaos; durch Rhea Sylvia von Romulus u. Remus u. v. a. Ausgezeichnete Helden u. kriegerische Völkerschaften werden gewöhnlich seine Söhne genannt. In den späteren homerischen Hymnen erscheint er edler; bei den Tragikern ist er Gott alles Verderbens, der Seuchen, des Mißwachses etc. u. was sonst der Krieg in seinem Gefolge hat. A. war eigentlich ein nordisches Götterwesen, aus dem rauhen Thracien u. weiter von Norden gekommen; dort verehrten ihn die Scythen unter Gestalt eines Schwertes, opferten ihm Pferde u. gefangene Feinde. In Griechenland war seine Verehrung nicht sehr verbreitet; zu Geronthrä in Lakonika hatte er Tempel u. Hain u. jährlich nur von Männern gefeierte Feste; in Sparta wurde er als Theritas in einem alterthümlichen Tempel verehrt, u. es sollen ihm dort Menschen geopfert worden sein; in Elis verehrte man ihn zum Andenken an die von seinem Sohne Önomaos angestellten Wettrennen. Zu Athen war ihm der Areopag (s.d.) heilig, er hatte dort einen Tempel, worin seine Statue von Alkamenes, eine Aphrodite von Lokros u. eine Enyo von den Söhnen des Praxiteles standen; in Böotien wurde er zu Hyria als Oarion verehrt; in Theben war er durch seine Tochter Harmonia Schwiegervater des Kadmos u. so Stammgott der Kadmeer. Geheiligt war ihm der Wolf u. der Geier, bei den Römern der Specht, auch der Hahn (in welches Thier er den Alektryon verwandelt hatte). In Rom, wo man ihn als Vater des Romulus u. Remus sehr ehrte, hatte er mehrere Tempel; man feierte hier Ende Februar u. Anfang März das Fest Equiria (s.d.), wobei die Priester, Salier (s.d.), unter Absingung ganz alter unverständlicher Lieder, die Ancilien umtrugen. Den 12. October wurden ihm Pferderennen gehalten u. ein Pferd geopfert. In einem seiner Tempel bewahrte man die heiligen Ancilien als Palladium. Dargestellt findet er sich bei den Römern nur auf Münzen. Unterschieden wird Mars gradivus u. Quirinus; jener angeblicher Name des Gottes im Kriege, dieser im Frieden. Von einem Mars sylvanus erflehte man Gesundheit der im Walde weidenden Rinder u. opferte dabei Spelzmehl, Speck, Fleisch u. Urin. Auch Orakel gab er bei den Römern, u. zwar durch einen Specht. In den plastischen Darstellungen erscheint er ganz geharnischt, gewöhnlich bärtig, gedrungen u. nervig, die Stirn breit, kleine Augen, etwas stärker geöffnete Nase, kurzgelocktes Haar; meist ruht er auf dem rechten Bein, das linke vorwärts gestellt. Von ihm sind nur wenige Statuen übrig, so eine, wo er in bequemer Stellung ruht, mit den abgelegten Waffen spielt Eros; oft in Gruppen mit Aphrodite, z.B. in Florenz, auf Gemmen u. Gemälden in Pompeji.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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